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Großer Andrang auch am zweiten Tag: Zehntausende nehmen Abschied von Franziskus
Auch am zweiten Tag der öffentlichen Aufbahrung von Papst Franziskus sind erneut zehntausende Menschen in den Petersdom geströmt. Nach Angaben des Vatikans nahmen bis Donnerstagmittag rund 61.000 Menschen in dem Gotteshaus Abschied von dem verstorbenen Oberhaupt der katholischen Kirche.
Wegen des riesigen Andrangs schlossen die Tore des Petersdoms in der Nacht zum Donnerstag nicht wie geplant um Mitternacht, sondern blieben bis 05.30 Uhr morgens offen. Nur anderthalb Stunden später wurden sie erneut wieder geöffnet. Gläubige und Touristen warteten stundenlang geduldig in der Schlange vor dem Petersdom, um persönlich Abschied vom verstorbenen Papst nehmen zu können.
"Es war ein kurzer, aber intensiver Moment vor seinem Leichnam", sagte der Italiener Massimo Palo anschließend der Nachrichtenagentur AFP. Franziskus sei "ein Papst in der Mitte seiner Herde, seines Volkes" gewesen. "Ich hoffe, die nächsten Pontifikate werden ein bisschen so sein wie seines", sagte der 63-Jährige.
Der 82-jährige Amerigo Iacovacci sagte, er fühle sich wegen seines Glaubens mit Papst Franziskus verbunden. "Er war ein großer Mann, er war der Vater der Menschen, die am wenigsten Glück hatten, der Unsichtbaren."
Der Leichnam des Papstes war am Mittwochmorgen in einer feierlichen Zeremonie von der päpstlichen Residenz Santa Marta zum Petersdom getragen worden. Gläubige können noch bis Freitagabend Abschied von dem Argentinier nehmen, bevor der Sarg um 20.00 Uhr geschlossen wird.
Die Beisetzung des am Ostermontag im Alter von 88 Jahren gestorbenen Papstes findet am Samstag statt. Auf dem Platz vor dem Petersdom werden dann hunderttausende Gläubige erwartet. Angekündigt haben sich zudem zahlreiche Staats- und Regierungschefs wie US-Präsident Donald Trump und der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj, insgesamt sind rund 170 ausländische Delegationen angemeldet.
Nach einer Zeremonie auf dem Petersplatz wird Franziskus auf eigenen Wunsch als erster Papst seit mehr als einem Jahrhundert nicht im Petersdom bestattet, sondern in der päpstlichen Basilika Santa Maria Maggiore im Stadtzentrum von Rom. Seine letzte Ruhestätte soll ein schlichtes Erdgrab mit der lateinischen Inschrift "Franciscus" sein.
Auch in die Basilika strömen seit dem Tod des Papstes tausende Besucher. Gläubige werden das Grab von Franziskus schon ab Sonntagmorgen besichtigen können, wie Vatikansprecher Matteo Bruni am Donnerstag sagte.
Der Papst war am Ostermontag in seiner Residenz Santa Marta gestorben, nachdem er am Tag zuvor noch der Ostermesse beigewohnt hatte. Der 88-Jährige war im Februar und März wegen einer schweren Lungenentzündung wochenlang im Krankenhaus behandelt worden.
Der Tod des Papstes setzte ein Verfahren nach jahrhundertealten Traditionen in Gang. Es gipfelt in der Einberufung eines Konklaves der Kardinäle zur Wahl eines Nachfolgers als Oberhaupt der weltweit rund 1,4 Milliarden Katholiken. Laut Regelwerk muss es zwischen dem 15. und 20. Tag nach dem Tod des Papstes beginnen, also zwischen dem 5. und 10. Mai.
Nogueira--PC