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Wer immer funktioniert, muss nicht noch besser werden
Papst Leo XIV. zelebriert Messe vor 100.000 Menschen in Angola
Papst Leo XIV. hat in Angola eine Messe vor rund 100.000 Menschen zelebriert. In seiner Predigt in dem südwestafrikanischen Staat rief Leo am Sonntag die Angolanerinnen und Angolaner auf, ein Land aufzubauen, "in dem der Hass und die Gewalt verschwinden" und die "Geißel der Korruption" beseitigt werde. Gebraucht werde eine "neue Kultur der Gerechtigkeit und des Teilens".
Vor der Freiluftmesse in Kilamba außerhalb der Hauptstadt Luanda war das Oberhaupt der katholischen Kirche in seinem Papamobil mitten durch die Menschenmenge gefahren. Viele der Menschen hatten im Freien geschlafen, um bei dem Gottesdienst dabei zu sein. In der Menge trugen viele T-Shirts mit dem Porträt des aus den USA stammenden Papstes und hielten die gelb-weiße Fahne des Vatikans.
Angola leidet noch immer unter den Folgen eines 27-jährigen Bürgerkriegs, der im Jahr 2002 endete. Das Land ist zwar einer der größten afrikanischen Rohölproduzenten und verfügt zudem über große andere Naturvorkommen, darunter Diamanten. Dennoch lebt rund ein Drittel der 36,6 Millionen Einwohner nach Angaben der Weltbank in Armut.
"Es gibt eine Konzentration von Wohlstand in den Händen von sehr wenigen", sagte der Pater Pedro Chingandu, der für die Papstmesse aus der östlichen Provinz Moxico angereist war, der Nachrichtenagentur AFP. "Wir brauchen wirkliche Demokratie und die Umverteilung von Wohlstand und Gerechtigkeit."
Leo hatte in den vergangenen Tagen allerdings vor allem durch seinen Disput mit US-Präsident Donald Trump um den Iran-Krieg für Aufsehen gesorgt. Auf dem Flug nach Angola beteuerte der Papst am Samstag, dass er "überhaupt kein Interesse" an einer "neuen Debatte mit dem Präsidenten" habe.
Er verwies auf eine von ihm gehaltene Rede in Kamerun, in der er "Tyrannen" angeprangert hatte, die die Welt ausplündern. Die Rede sei schon vor zwei Wochen geschrieben worden, sagte Papst Leo. "Aber sie wurde wahrgenommen, als würde ich versuchen, eine neue Debatte mit dem Präsidenten zu beginnen, woran ich überhaupt kein Interesse habe."
Der in den USA geborene Papst und der rechtspopulistische US-Präsident hatten sich zuletzt vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs einen öffentlichen Schlagabtausch geliefert. Der Pontifex hatte vor rund einer Woche die "sinnlose und unmenschliche Gewalt" im Nahen und Mittleren Osten verurteilt und betont, Christen könnten nicht an der Seite jener stehen, die "heute Bomben abwerfen". Vor Gläubigen im Petersdom sagte Leo: "Genug des Krieges!"
Trump reagierte wütend auf die Worte Papstes und warf ihm mit Blick auf den Iran vor, sich mit einem Land gemein zu machen, "das eine Atomwaffe will". Leo XIV. sei "eine sehr linksliberale Person, und er ist ein Mann, der nicht daran glaubt, Verbrechen zu stoppen". Der Papst entgegnete daraufhin, er habe "keine Angst" vor der Trump-Regierung und sehe es als seine "moralische Pflicht", sich gegen den Krieg auszusprechen.
Angola war nach Algerien und Kamerun die dritte Station einer elftägigen Afrikareise des Papstes. Vierte und letzte Station wird Äquatorialguinea sein.
J.Oliveira--PC