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Ermittler: Mutmaßlicher Amoktäter von Leipzig bereits polizeilich bekannt
Der mutmaßliche Amokfahrer von Leipzig ist bereits vor der Tat polizeibekannt gewesen. "Der Tatverdächtige ist im Jahr 2026 bereits polizeilich wegen Bedrohung sowie ehrverletzender Delikte im sozialen Umfeld in Erscheinung getreten", teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Leipzig am Dienstag mit.
In diesem Zusammenhang habe es am 17. April einen Polizeieinsatz aufgrund eines Anrufs des 33-Jährigen gegeben, in dessen Folge der Mann wegen seines psychischen Zustands und mit seiner Zustimmung in einem psychiatrischen Krankenhaus aufgenommen und dort bis zum Mittwoch vergangener Woche behandelt worden sei.
Das Bundeszentralregister weist nach Angaben der Ermittler für den Beschuldigten keine Eintragungen auf. In das Register werden strafgerichtliche Verurteilungen durch deutsche Gerichte, bestimmte Entscheidungen von Verwaltungsbehörden oder auch Vermerke über Schuldunfähigkeit eingetragen. "Sonstige Ermittlungs- und Strafverfahren sind gegen den Beschuldigten bei der Staatsanwaltschaft derzeit nicht anhängig", erklärten Polizei und Justizbehörde weiter.
Zuvor hatte bereits das sächsische Sozialministerium bestätigt, dass sich der 33-Jährige bis Ende April freiwillig in einer psychiatrischen Klinik aufgehalten und diese dann auf eigenen Wunsch verlassen habe. Es "lagen keine medizinischen Gründe vor, den Patienten, der sich freiwillig in der Klinik aufhielt, am Verlassen der Klinik zu hindern und damit gegen seinen Willen festzuhalten", hieß es.
Der in Leipzig wohnhafte Mann war am Montagnachmittag in der Innenstadt von Leipzig mit einem Auto durch eine belebte Fußgängerzone gerast. Er erfasste mehrere Menschen, eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann starben.
Polizei und Staatsanwaltschaft teilten nun erstmals eine genauere Zahl der Verletzten mit. Danach wurden sechs weitere Menschen im Alter von 21 bis 87 Jahren verletzt, zwei davon schwer - ein 75 Jahre alter Mann und eine 84 Jahre alte Frau. Außerdem seien mehr als 80 Menschen aufgrund der Eindrücke des Erlebten betreut worden. Nach Angaben von Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) schwebte keiner der Verletzten mehr in Lebensgefahr.
Der mutmaßliche Täter, der direkt nach der Amokfahrt festgenommen wurde, sollte am Dienstag einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Gegen ihn wird wegen zweifachen Mordes und mehrfachen Mordversuchs ermittelt.
J.Pereira--PC