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Empörung über Tod eines weißen Studenten in Polizeigewahrsam: Starmer verurteilt Randale
Der britische Premierminister Keir Starmer hat Ausschreitungen im südenglischen Southampton nach dem Tod eines von der Polizei festgehaltenen Studenten scharf verurteilt. Es gebe "keine Rechtfertigung" für diese Gewalt, sagte Starmer am Mittwoch im Unterhaus in London. Die Beteiligten an der Randale werde "die volle Härte des Gesetzes" treffen, kündigte er an.
Bei den Ausschreitungen in Southampton am Dienstagabend waren Polizisten mit Flaschen, Steinen und Mülltonnen beworfen worden. Zwei Menschen wurden festgenommen. Die Protestierenden waren erzürnt darüber, dass der von einem Sikh mit einem Messer attackierte und schwer verletzte weiße Student Henry Nowak von der Polizei in Handschellen gelegt worden war - anstatt dass sie dem am Boden liegenden 18-Jährigen Hilfe leistete.
Diesen Umgang mit Nowak zeigt ein Video, das im Zuge des Prozesses gegen den 23-jährigen Sikh Vickrum Digwa publik geworden war. Nowak war kurz nach der Attacke im Dezember gestorben, nachdem er mehrmals "I can't breathe" ("Ich kann nicht atmen") gerufen hatte.
Digwa wurde am vergangenen Montag zu einer Haftstrafe von mindestens 21 Jahren verurteilt. Er hatte mit einem zeremoniellen Messer der Religionsgemeinschaft der Sikh auf Nowak eingestochen. Der 23-Jährige führte vergeblich ins Feld, er selbst sei das Opfer und sei rassistisch beleidigt worden.
Der Chef der rechtspopulistischen Partei Reform UK, Nigel Farage, und der bekannte rechtsextreme Aktivist Tommy Robinson, prangerten den Vorfall als Beispiel für eine "Zwei-Klassen-Praxis" der britischen Polizei an, bei der Weiße schlechter behandelt würden als Angehörige ethnischer Minderheiten. Robinson sagte bei einer Kundgebung in Southampton, "wäre Nowak nicht weiß gewesen, wären ihm nicht Handschellen angelegt worden".
Starmer und seine Labour-Regierung bestreiten, dass eine solche "Zwei-Klassen-Praxis" existiert. Der Premier sagte aber auch, dass ihn das Video von Nowaks Festnahme "krank" mache und der Vorfall "ernsthafte Fragen" aufwerfe.
Die britische Polizei kündigte am Mittwoch an, dass sie ihre Anti-Rassismus-Richtlinien überprüfen werde. Die Polizeileitungen hörten sich die "legitimen Besorgnisse" hinsichtlich der Formulierungen von einigen dieser Regeln an und würden gegebenenfalls Änderungen vornehmen, erklärte der Vorsitzende des nationalen Gremiums der Polizeichefs (NPCC), Gavin Stephens.
Die Anti-Rassismus-Richtlinien waren im vergangenen Jahr veröffentlicht worden. Zielsetzung des Regelwerks ist es, den Umgang der Polizei vor allem mit Schwarzen zu verbessern, bei denen laut den Statistiken eine mehr als doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit der Festnahme besteht als bei Weißen.
F.Cardoso--PC