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Papst würdigt Spaniens Einsatz für Frieden und ruft zu Ende "spaltender Debatten" auf
Papst Leo XIV. hat seine einwöchige Spanien-Reise am Samstag mit einer Würdigung der spanischen Regierung für deren "Einsatz für Frieden und Solidarität" in der Welt begonnen und mit Blick auf das Thema Migration zur Überwindung von "spaltenden und polarisierenden Debatten" aufgerufen. Auf dem Flug nach Madrid bezeichnete er die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche als eine "weiterhin offene Wunde".
Auf dem Madrider Flughafen Barajas wurde das Oberhaupt der Katholiken vom spanischen König Felipe VI. und Königin Letizia begrüßt. Anschließend wurde Leo XIV. durch die von Schaulustigen gesäumten Straßen zum Königspalast gefahren, wo er die spanische Regierung in einer Rede für deren "Engagement für den Frieden" würdigte - auch "wenn derzeit manche leider die Botschaft des Friedens für naiv" hielten. Madrid habe sich "der treuen Einhaltung des Völkerrechts und des Multilateralismus verpflichtet", betonte er.
Mit Kritik am Vorgehen Israels und der USA gegen den Iran hatte der Papst in der Vergangenheit mehrfach den Zorn von US-Präsident Donald Trump auf sich gezogen. So hatte Leo XIV. in seiner Osterbotschaft gesagt, Christen könnten nicht an der Seite derer stehen, die "heute Bomben abwerfen". Trump hatte das Kirchenoberhaupt daraufhin als "schwach" und "schrecklich in der Außenpolitik" bezeichnet und ihm mit Blick auf den Iran unterstellt, sich mit einem Land gemein zu machen, "das eine Atomwaffe will".
Auch die linksgerichtete spanische Regierung steht den Angriffen der USA und Israels im Iran skeptisch gegenüber. Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte dem US-Militär unter anderem untersagt, Stützpunkte in Spanien für die Angriffe zu nutzen. Damit hatte er sich ebenfalls Kritik Trumps eingehandelt. Außerdem hatte Sánchez das Vorgehen Israels im Gazastreifen wiederholt einen "Völkermord" genannt.
Während des siebentägigen Aufenthalts des Papstes in Spanien sind eine Reihe weiterer Termine geplant, unter anderem ein Treffen mit Opfern sexuellen Missbrauchs. Im März hatten die linksgerichtete Regierung und die Kirche in Spanien nach jahrelangen Verhandlungen ein Abkommen zur Entschädigung von Opfern sexueller Übergriffe geschlossen. Eine Untersuchungskommission hatte die Zahl der Opfer seit dem Jahr 1940 mit mehr als 200.000 angegeben.
König Felipe VI. würdigte den Papst in diesem Zusammenhang für dessen "Klarheit und Entschlossenheit". Beides sei wichtig "für den Prozess der Heilung und Wiedergutmachung", sagte er weiter.
Am späten Nachmittag besuchte der Papst eine Obdachloseneinrichtung der Caritas, wo er beklagte, dass heutzutage "praktizierte Nächstenliebe verachtet oder lächerlich gemacht wird".
Am Abend hielt der 70-jährige Pontifex eine Gebetswache mit Jugendlichen vor dem Bernabéu-Stadion von Real Madrid. Rund 500.000 überwiegend jüngere Menschen umjubelten den Papst.
"Angesichts der Leere der Gleichgültigkeit und des Konformismus, angesichts der Gewalt des Krieges und der Lüge, seid selbst der Funke einer neuen Menschlichkeit", appellierte der Papst an die Jugendlichen.
Auf das Interesse junger Menschen an der katholischen Kirche angesprochen sagte Leo XIV. während des Flugs nach Madrid, viele verspürten "eine Leere und einen Mangel an Sinn". Sein Besuch könne womöglich dazu beitragen, "etwas zu wecken, was sie selbst noch nicht genau benennen können".
"Wenn man sie fragt, ob sie Bad Bunny oder den Papst sehen wollen, würden sich viele wohl für Bad Bunny entscheiden. Aber ich glaube, es werden auch einige hier sein, um den Papst zu sehen", fügte der Papst mit Blick auf den US-Sänger Bad Bunny hinzu, der derzeit mehrere Konzerte in Madrid gibt.
Am Sonntagvormittag will Leo XIV. eine Messe vor dem Madrider Rathaus halten, zu der rund eine Million Besucher erwartet werden. Am Montag spricht der Papst vor dem spanischen Parlament. Weitere Stationen der Reise sind Barcelona und die Kanaren.
Spanien ist traditionell eine Bastion des Katholizismus in Europa, die Zahl der Gläubigen ist in den vergangenen Jahrzehnten aber deutlich zurückgegangen. Laut einer Umfrage bezeichnen sich 53 Prozent der Spanier als katholisch - etwa 20 Prozentpunkte weniger als vor 15 Jahren. Nur 16 Prozent der Spanier halten sich für praktizierende Katholiken.
Der letzte Papst-Besuch in Spanien liegt schon viele Jahre zurück: Benedikt XVI. hatte 2010 das Land besucht und war im folgenden Jahr nochmal für den Weltjugendtag angereist.
F.Moura--PC