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Sicherheitskosten belasten Karnvalsvereine: Verband fordert staatliche Hilfen
Steigende Kosten für die Sicherung von Umzügen gegen Anschläge überlasten nach Angaben ihres Verbands viele Karnevalsvereine. Ohne mehr staatliche Hilfe drohten viele Vereine finanziell und organisatorisch an ihre Grenzen zu kommen, sagte der Präsident des Bunds Deutscher Karneval (BDK), Klaus-Ludwig Fess, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" laut Meldung vom Sonntag. Dies gelte gerade für dörflich geprägte, kleinere Vereine.
Bei diesen gingen Einnahmen durch Sponsoren und Spenden zurück, während Mitgliedsbeiträge oft nicht zur Finanzierung von Sicherheitskonzepten ausreichten, sagte Fess. Nach seinen Angaben steigen die Kosten dafür in den vergangenen Jahren. Der BDK-Präsident sprach sich daher dafür aus, Sicherheitsmaßnahmen wie das Absichern von Seitenstraßen bei Umzügen vom Staat bezahlen zu lassen. Wenn die Bundesländer dafür keine Mittel bereitstellten, versuchten Kommunen, dies an Veranstalter weiterzugeben.
In den kommenden Tagen erreicht die diesjährige Karnevalssession mit dem Straßenkarneval den Höhepunkt: Eingeläutet wird dieser am Mittwoch an Weiberfastnacht, am Montag kommender Woche folgen die traditionellen Rosenmontagszüge. Karnevalshochburgen wie Köln, Düsseldorf und Mainz rüsten sich unter anderem mit einem Großaufgebot an Ordnungskräften und Polizei. Umzüge finden aber auch in vielen kleineren Gemeinden statt.
Fess warnte zugleich vor wachsendem politischen Druck und Anfeindungen gegen Karnevalskünstler. Er appelliere an alle Kreativen, "sich nicht von Despoten oder Terroristen einschüchtern zu lassen". Sie sollten "die Freiheit der Satire mit Maß und Ziel" nutzen. Der Karneval sei schon immer "ein Spiegel gesellschaftlicher Themen" gewesen, es gehe dabei letztlich um Meinungsfreiheit. "Wenn Angst unsere Bräuche zerstört, verlieren wir mehr als nur Karneval", ergänzte der Präsident des BDK.
Jüngst wurde in Russland in Abwesenheit ein Strafverfahren gegen den Düsseldorfer Karnevalskünstler Jacques Tilly eingeleitet. Tilly ist Chef-Wagenbauer des Düsseldorfer Rosenmontagszugs und nimmt seit Jahren den russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen aggressive Politik aufs Korn. Die Angelegenheit sei "lachhaft eigentlich", betonte Fess.
L.E.Campos--PC