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"Welt": Christine Anderson neue Leiterin der AfD-Delegation im Europaparlament
Die AfD-Delegation im Europaparlament hat nach einem "Welt"-Bericht erneut ihre Leitung ausgetauscht. Am Donnerstag sei die EU-Abgeordnete Christine Anderson zur neuen Delegationsleiterin gewählt worden, berichtete die Zeitung am Freitag. Joachim Kuhs, der nach dem Rücktritt von Nicolaus Fest im Februar 2023 kommissarischer Leiter der AfD-Delegation wurde, wurde damit abgewählt.
Anderson erhielt demnach eine denkbar knappe Mehrheit. Von den neun AfD-Abgeordneten im Europaparlament waren nach "Welt"-Informationen nur sechs anwesend; drei stimmten für Anderson, die übrigen Stimmen teilen sich auf Nein-Stimmen und Enthaltungen auf. Anderson ist die vierte Delegationsleiterin seit Beginn der Legislaturperiode im Juli 2019. Im Juni wird das Europäische Parlament neu gewählt.
Der Bundesvorstand der Partei wollte offenbar die Neuwahl verhindern. Die "Welt" zitierte aus einer Email der Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla an die AfD-Delegation von Mittwoch. Es sei zu befürchten, dass durch die Wahl "nicht allein delegationsintern Unruhe verursacht wird, sondern auch im Verhältnis zu unseren europäischen Partnerparteien".
Weiter heißt es demnach in der Mail: "Unabhängig davon erschließt sich ebensowenig die Notwendigkeit, wenige Wochen vor Ablauf dieser Legislaturperiode im Europäischen Parlament zum mittlerweile vierten Mal einen Delegationsleiter der Alternative für Deutschland wählen zu wollen." Eine solche Vorgehensweise könne nicht im Interesse der AfD sein. Weiter schrieben Weidel und Chrupalla demnach: "Wir bitten Sie deshalb inständig darum, diese Neuwahl eines Leiters der AfD-Delegation im Europäischen Parlament nicht durchzuführen."
Die "Welt" zitierte eine nicht näher genannte Quelle aus dem Umfeld des Bundesvorstands mit den Worten: "Christine Anderson und ihr kleiner Unterstützerkreis haben der AfD mit ihrem handstreichartigen Aktion einen Bärendienst erwiesen. Kurz vor dem Europawahlkampf wurde ohne Not die Delegation der AfD in der Öffentlichkeit und vor unseren europäischen Partnern beschädigt."
N.Esteves--PC