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Ex-Nato-Generalsekretär Rasmussen fordert Ende der "Schmeichelei" gegenüber Trump
Der ehemalige Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat angesichts des Konflikts um Grönland die Europäer aufgefordert, eine härtere Gangart gegenüber US-Präsident Donald Trump einzuschlagen. "Die Zeit für Schmeicheleien ist vorbei", sagte Rasmussen der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag. Europa müsse stattdessen "Kraft, Stärke und Einheit" demonstrieren. Das sei das einzige, was Trump respektiere, argumentierte der ehemalige dänische Ministerpräsident.
Bei dem aktuellen Konflikt handele es sich "nicht nur um eine Krise für die Nato", sondern um eine Krise "für die transatlantische Gemeinschaft allgemein", sagte Rasmussen. "Die Zukunft der Nato und die Zukunft der Weltordnung stehen auf dem Spiel."
Rasmussen war von 2009 bis 2014 Nato-Generalsekretär. Er forderte seinen Nachfolger Mark Rutte und andere europäische Spitzenpolitiker auf, ihre Strategie gegenüber Trump zu ändern - kurz vor dem Auftritt des US-Präsidenten auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Nach Rasmussens Ansicht kann die aktuelle Krise noch "behoben" werden und die Allianz könne dadurch gestärkt in der Arktis auftreten.
Allerdings habe Trumps Handeln bereits für einen "mentalen Bruch" zwischen Washington und den langjährigen europäischen Verbündeten gesorgt. "Das ist eine neue Situation, die sich von allen anderen Auseinandersetzungen in der Geschichte der Nato unterscheidet", stellte Rasmussen fest. Sollte Trump tatsächlich Grönland angreifen, würde das "de facto das Ende der Nato bedeuten".
Der 72-Jährige warnte zudem davor, sich durch die Grönland-Diskussion zu sehr von der "wahren Bedrohung" ablenken zu lassen: Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Rasmussen, von 2001 bis 2009 dänischer Regierungschef, forderte einen "konstruktiven Dialog" mit den USA über Grönland. So könne die Vereinbarung zwischen Dänemark und den USA aus dem Jahr 1951 über die Stationierung von US-Soldaten auf der Insel überarbeitet und US-Unternehmen die Ausbeutung von Rohstoffen ermöglicht werden.
M.Carneiro--PC