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USA und Israel greifen Iran an - Geistliches Oberhaupt Chamenei getötet
Das geistliche Oberhaupt des Iran ist tot: Ayatollah Ali Chamenei wurde am Samstag bei massiven Luftangriffen der USA und Israels getötet, wie US-Präsident Donald Trump in seinem Onlinedienst Truth Social erklärte. Die Bevölkerung des Iran habe damit die "Chance", sich ihr Land "zurückzuholen". Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte eine Fortsetzung der Angriffe auf die iranische Führung an und rief die Iraner in einer Fernsehansprache auf, "das Regime zu stürzen und eure Zukunft zu sichern".
"Chamenei, einer der bösesten Menschen in der Geschichte, ist tot", erklärte Trump. In Teheran waren nach Bekanntwerden der Berichte über Chameneis Tod am späten Samstagabend Freudenschreie zu hören, wie Zeugen berichteten. Menschen standen an den Fenstern ihrer Wohnungen und applaudierten.
Vor Trumps Erklärung hatten bereits israelische Medien Chameneis Tod gemeldet. Ein Foto der Leiche des geistlichen Oberhaupts des Iran sei Trump und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vorgelegt worden, berichtete der Sender Channel 12.
Die USA und Israel hatten zuvor nach wochenlangen Drohungen mit massiven Luftangriffen auf den Iran begonnen. Seit den Morgenstunden waren in Teheran und weiteren iranischen Städten Explosionen zu hören, Rauchwolken stiegen über der iranischen Hauptstadt auf.
Nach Angaben des israelischen Senders Channel 12 wurden 30 Bomben auf Chameneis Residenz abgeworfen. Später sei Chameneis Leiche aus den Trümmern geborgen worden, berichtete der israelische Fernsehsender Kan. Die iranische Führung bestätigte Chameneis Tod zunächst nicht. Außenminister Abbas Araghtschi hatte zuvor in einem Fernsehinterview gesagt, Chamenei sei "soweit ich weiß" am Leben, zudem hätten alle Mitglieder der iranischen Führung die Angriffe überlebt.
Nach Angaben Netanjahus wurden bei den Angriffen zahlreiche einflussreiche Vertreter der iranischen Führung getötet, unter ihnen "hohe Verantwortliche des Ayatollah-Regimes, Revolutionsgarden und hohe Verantwortliche des Atomprogramms". Die israelische Armee meldete den Tod des Anführers der iranischen Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur. Auch Chameneis enger Berater Ali Schamchani sei bei den Angriffen getötet worden.
Netanjahu kündigte eine Fortsetzung der Angriffe an. In den kommenden Tagen sollten "tausende Ziele des terroristischen Regimes" angegriffen werden. An die Bevölkerung des Iran appellierte er, die Führung in Teheran zu stürzen: "Das ist Eure Zeit, Eure Kräfte zu vereinen, um das Regime zu stürzen und Eure Zukunft zu sichern." Auch Trump erklärte, die US-Angriffe auf den Iran würden "ununterbrochen die ganze Woche oder so lange wie zum Erreichen unserer Ziele notwendig fortgesetzt".
Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel sowie auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion. Der Chef des Nationalen Sicherheitsrats, Ali Laridschani drohte, der Iran werde "den internationalen Unterdrückern eine unvergessliche Lektion erteilen". In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde durch iranische Angriffe nach Regierungsangaben ein Zivilist getötet, aus Dubai, Kuwait und Katar wurden Verletzte gemeldet. In Bahrain traf ein Raketenangriff nach Behördenangaben das Hauptquartier der Fünften US-Flotte. Auch aus Katar, Saudi-Arabien und Kuwait wurden Explosionen gemeldet.
Der israelische Rettungsdienst meldete mindestens drei Verletzte durch iranische Angriffe. Landesweit wurde Alarm ausgelöst, der israelische Luftraum war gesperrt. Die Menschen wurden aufgefordert, Schutzräume aufzusuchen und vorerst dort zu bleiben. Im Zentrum und im Norden Israels heulten immer wieder Sirenen. Am Abend waren in Jerusalem, im Zentrum Israels sowie im von Israel besetzten Westjordanlands schwere Explosionen zu hören.
Die iranischen Behörden riefen die Bewohner Teherans auf, die Stadt zu verlassen. Nach Angaben der iranischen Behörden wurden bei einem Angriff auf eine Mädchenschule im Süden des Landes 108 Menschen getötet. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben zunächst nicht. Insgesamt wurden nach Angaben des iranischen Roten Halbmonds bis zum Abend mindestens 201 Menschen bei Angriffen in 24 der 31 Provinzen des Landes getötet und mehr als 740 weitere verletzt.
US-Präsident Trump begründete die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm sowie der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen in anderen Ländern. "Unser Ziel ist es, die amerikanische Bevölkerung zu verteidigen, indem wir die unmittelbaren Bedrohungen durch das iranische Regime ausschalten", sagte er in einer Videoansprache. Der iranischen Bevölkerung stellte Trump "Freiheit" in Aussicht und rief die Menschen auf, die Regierung in Teheran zu stürzen: "Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung."
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, es sei "an der Zeit", dass die Menschen im Iran das "Joch der Tyrannei abschütteln". Der Sohn des letzten iranischen Schahs, Reza Pahlavi, sagte in einer Videobotschaft, er gehe von einem baldigen Ende der Islamischen Republik aus: "Wir sind nahe an einem endgültigen Sieg."
International löste die Eskalation größte Besorgnis aus. In einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats warnte UN-Generalsekretär António Guterres vor unvorhersehbaren Folgen der Eskalation: "Militäraktionen bergen das Risiko, in der instabilsten Region der Welt eine Kette von Ereignissen auszulösen, die niemand kontrollieren kann", sagte Guterres.
In Berlin tagte der Krisenstab der Bundesregierung, das Auswärtige Amt sprach Reisewarnungen für zahlreiche Länder im Nahen Osten aus. Die Bundesregierung war nach eigenen Angaben vorab über den Angriff auf den Iran informiert worden.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einer "höchst besorgniserregenden" Entwicklung. Die EU rufe alle Seiten "zu maximaler Zurückhaltung, zum Schutz von Zivilisten und zum vollständigen Respekt des Völkerrechts auf". Irans Verbündeter Russland verurteilte die US-israelischen Angriffe scharf und erklärte, im Nahen Osten drohe durch das "gefährliche Abenteuer" der USA und Israels eine Katastrophe.
Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran hatten sich in den vergangenen Wochen und vor allem seit der Niederschlagung der Proteste im Iran im Januar massiv verschärft, Trump hatte der Führung in Teheran seit Wochen mit einem Militäreinsatz gedroht. Parallel zu neuen Atomgesprächen mit Vertretern des Iran verstärkten die USA ihre Militärpräsenz in der Region massiv und verlegten zwei Flugzeugträger sowie mehr als ein Dutzend Kriegsschiffe in die Region. Die USA und Israel hatten den Iran bereits im vergangenen Jahr angegriffen. Die USA bombardierten im Juni drei wichtige iranische Atomanlagen. Nach zwölf Tagen endete der Krieg.
J.V.Jacinto--PC