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Vor Ablauf von Ultimatum: Trump warnt vor Tod "einer gesamten Zivilisation" im Iran
Mit einer drastischen Drohung hat US-Präsident Donald Trump kurz vor Ablauf seines Ultimatums für die Öffnung der Straße von Hormus den Druck auf Teheran weiter erhöht. "Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben und niemals wieder zum Leben erweckt werden", warnte Trump am Dienstag. Teheran meldete bereits vor Ablauf des Ultimatums Angriffe der USA und Israels auf seine Infrastruktur. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bestätigte Angriffe auf Bahnstrecken und Brücken im Iran.
Trump hatte der Führung in Teheran ultimativ mit massiven Angriffen auf Brücken und Kraftwerke gedroht. "Das ganze Land könnte in einer Nacht ausgelöscht werden, und diese Nacht könnte morgen sein", sagte Trump am Montag bei einer Pressekonferenz zum Iran-Krieg. Das Ultimatum sollte um 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (Mittwochfrüh 02.00 Uhr MESZ) ablaufen.
Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports transportiert wird, de facto durch das iranische Militär gesperrt. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von den iranischen Revolutionsgarden kontrolliert.
US-Vizepräsident JD Vance verwies bei einem Besuch in Budapest auf "zahlreiche" noch laufende Gespräche. Für den Fall, dass es keine Verhandlungslösung gebe, hätten die USA aber "Werkzeuge im Kasten", für deren Einsatz sie sich bislang noch nicht entschieden hätten, fügte Vance hinzu. Er sei aber "zuversichtlich", dass es dazu nicht kommen werde.
Von einigen Nutzern im Onlinedienst X wurden die Worte des Vizepräsidenten so interpretiert, als habe er einen Einsatz von Nuklearwaffen angedeutet. Das Weiße Haus bestritt daraufhin, dass Vance dem Iran mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht habe.
Die israelische Armee warnte die Bürger des Iran davor, am Dienstag mit dem Zug zu reisen. Bis 21.00 Uhr seien Zugfahrten sowie der Aufenthalt in der Nähe von Gleisanlagen lebensgefährlich, erklärten die Streitkräfte im Onlinedienst X. In der zweitgrößten iranischen Stadt Maschhad setzten die Behörden daraufhin den Zugverkehr aus.
"Wir zerschlagen das Terrorregime in Teheran mit noch größerer Gewalt", sagte Netanjahu in einer Videobotschaft. Die israelische Armee erklärte im Onlinedienst X, "acht Brückensegmente" seien aus der Luft angegriffen worden. Die iranischen Revolutionsgarden würden die Infrastruktur für den Transport von Waffen und anderer militärischer Ausrüstung nutzen, die dazu diene, "Terroranschläge gegen den Staat Israel und andere Länder im Nahen Osten" vorzubereiten.
Aus Teheran berichtete ein AFP-Journalist von mehreren Explosionen im Norden der Hauptstadt. Iranischen Medien zufolge waren Detonationen in mehreren Hauptstadtvierteln und in der Nachbarstadt Karadsch zu hören. Iranische Staatsmedien berichteten von 18 Toten in der an Teheran grenzenden Provinz Albors. Iranische Medien berichteten zudem, in Teheran sei bei Angriffen der USA und Israels eine Synagoge "komplett zerstört" worden.
Iranischen Staatsmedien zufolge wurde zudem die für die Ölindustrie des Landes wichtige Insel Charg angegriffen. US-Medien berichteten, die Angriffe hätten militärischen Zielen gegolten.
Nahe der Provinzhauptstadt Ghom südlich von Teheran wurde nach Behördenangaben eine Brücke bei einem Angriff zerstört. Bei einem Angriff auf eine Eisenbahnbrücke im zentraliranischen Kaschan wurden nach Angaben eines Behördenvertreters zwei Menschen getötet.
Im Norden des Iran wurde den Behörden zufolge eine wichtige Autobahn zwischen der Großstadt Täbris und der Hauptstadt Teheran beschossen. Die Nachrichtenagentur Misan berichtete von einem Angriff auf Eisenbahnschienen in Karadsch außerhalb von Teheran.
Aus Israel wurden unterdessen erneut iranische Angriffe gemeldet. Die Luftabwehr fing nach Armeeangaben Raketenangriffe aus dem Iran ab.
In Saudi-Arabien wurde eines der größten Industriegebiete der Welt attackiert. In den Industrieanlagen des Konzerns Saudi Basic Industries Corporation (Sabic) in Dschubail brach laut Augenzeugenberichten nach "sehr starken Detonationen" ein Brand aus. Das saudiarabische Verteidigungsministerium hatte zuvor erklärt, die Armee habe sieben ballistische Raketen abgefangen.
Medien zufolge sprechen Unterhändler der USA und des Iran unter Vermittlung Pakistans seit Tagen über eine Waffenruhe. Demnach sind sich beide Konfliktparteien aber in zahlreichen Punkten uneins.
Der Iran-Krieg hatte am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels auf die Islamische Republik begonnen. Bei den Angriffen wurde unter anderem der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.
T.Resende--PC