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Nach Kritik an Gazakrieg: Schauspieler Bardem will sich weiter zu schwierigen Themen äußern
Der für seine Kritik am Gazakrieg bekannte spanische Schauspielstar Javier Bardem will sich weiter zu schwierigen politischen Themen äußern. "Ich halte es für wichtig, seinen Standpunkt ausdrücken zu können, wohlwissend, dass manche Menschen mit dir einverstanden sein werden und andere nicht", sagte der 57-Jährige beim Filmfestival von Cannes der Nachrichtenagentur AFP. "Aber ich habe dieses Recht, genauso wie ein Klempner oder ein Kellner."
Bardem, der bei der Oscar-Zeremonie im März auf der Bühne "Nein zum Krieg" und "befreit Palästina" gesagt hatte, bezeichnete es als "Glück", dass er sich frei ausdrücken könne, ohne ein Ausbleiben von Job-Angeboten fürchten zu müssen. "Ich kann mir vorstellen, dass einige Leute mehr Angst haben, deswegen nicht mehr angerufen zu werden, aber bei mir ist das nicht der Fall."
Vielmehr sei das Gegenteil der Fall: "Sie rufen mich sogar mehr an, weil das Narrativ (über den Gazakrieg) sich ändert", sagte der Oscar-Preisträger der AFP. Heute gebe es Konsequenzen, wenn jemand einen "Völkermord" unterstütze oder rechtfertige. "Und die Gesellschaft weiß das."
Der britische Drehbuchautor Paul Laverty hatte jüngst in Cannes beklagt, Hollywood boykottiere Schauspielgrößen wie Bardem, Susan Sarandon oder Mark Ruffalo wegen ihrer Kritik am israelischen Vorgehen im Gazastreifen.
Bardem stellt in Cannes seinen neuesten Film "El Ser Querido" von Regisseur Rodrigo Sorogoyen vor. Der 57-Jährige ist spätestens seit dem Thriller "No Country for Old Men" einer der international bekanntesten spanischen Schauspieler. Für seine Darstellung eines kaltblütigen Killers gewann er 2008 den Oscar als bester Nebendarsteller. Im James-Bond-Film "Skyfall" spielte er 2012 den Bösewicht Silva.
A.P.Maia--PC