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US-Vizepräsident Vance verteidigt Truppenreduzierung in Europa - Rubio reist zu Nato-Treffen
US-Vizepräsident JD Vance hat die angekündigte Truppenreduzierung in Deutschland und Polen verteidigt. "Es geht nicht darum, jeden einzelnen amerikanischen Soldaten aus Europa abzuziehen", sagte Vance am Dienstag vor Journalisten im Weißen Haus. Die Regierung in Washington wolle "einige Ressourcen so umschichten, dass die Sicherheit der USA bestmöglich gewährleistet" sei.
Die USA hatten Anfang Mai angekündigt, binnen eines Jahres 5000 Soldatinnen und Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Zudem stoppen sie die Entsendung von 4000 Soldaten nach Polen. Damit werde Europa dazu ermutigt, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen, sagte Vance zur Frage nach Polen. "Die Vereinigten Staaten können nicht die Weltpolizei sein." Was Polen betreffe, handele es sich zudem nur um einen Aufschub.
US-Außenminister Marco Rubio will derweil am Freitag bei einem Nato-Treffen in Schweden den Druck auf die Partner erhöhen. Beim Außenrat in Helsingborg wolle Rubio die Mitgliedsländer zu höheren Investitionen in die Verteidigung und zu einer stärkeren Lastenteilung aufrufen, erklärte sein Ministerium.
US-Präsident Donald Trump hatte sich wiederholt empört, die anderen Nato-Länder beteiligten sich im Iran-Krieg nicht an der Sicherung der Straße vom Hormus. Scharfe Kritik übte Trump in diesem Zusammenhang auch an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der den USA eine fehlende Strategie vorgeworfen hatte.
Israel und die USA hatten Ende Februar mit Angriffen auf Ziele im Iran begonnen. Teheran blockierte daraufhin die für den Transport von Rohöl und Flüssiggas wichtige Meerenge, was weltweit zu stark steigenden Energiepreisen führte.
Bei dem Nato-Rat will Rubio zudem mit Dänemark und anderen Arktis-Anrainerstaaten über die Lage in Grönland beraten. Trump hatte zunächst mit einer gewaltsamen Übernahme Grönlands gedroht. Derzeit laufen Verhandlungen über die Insel, die zum Nato- und EU-Land Dänemark gehört.
Rubio will am Rande seiner Reise zudem mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte und dem schwedischen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson zusammenkommen.
Im Anschluss besucht der US-Chefdiplomat ab Samstag erstmals Indien. Dort soll es nach Angaben seines Ministeriums bis Dienstag um die Themen Energiesicherheit, Handel und eine stärkere Zusammenarbeit bei der Verteidigung gehen.
C.Cassis--PC