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Teheran beansprucht Kontrolle über Straße von Hormus bis zu Häfen der Emirate
Der Iran hat nach eigenen Angaben seinen Anspruch zur Kontrolle der Straße von Hormus bis in das Hoheitsgebiet der Vereinigten Arabischen Emirate ausgeweitet. Wie die neu gegründete iranische Behörde zur Kontrolle der Meerenge am Mittwoch (Ortszeit) im Onlinedienst X mitteilte, soll ihre "regulatorische Zuständigkeit" das Gebiet im Persischen Golf von dem iranischen Hafen Kuh-e Mubarak bis in die Gewässer südlich des wichtigen emiratischen Hafens Fudschaira umfassen sowie von der iranischen Insel Keschm bis zur Stadt Umm al-Kuwain in den Emiraten.
Für eine "Durchfahrt durch dieses Gebiet zum Zwecke der Durchquerung der Straße von Hormus" sei demnach "eine Abstimmung mit der Behörde" sowie deren Genehmigung erforderlich, fügte die Behörde neben einer entsprechenden Karte der Meerenge hinzu.
Die Emirate widersprachen den Aussagen aus Teheran nachdrücklich und wiesen das von der iranischen Behörde behauptete Kontrollgebiet als "Wunschtraum" zurück. Teheran versuche, "eine neue Realität zu schaffen, die aus einer klaren militärischen Niederlage hervorgeht", erklärte der emiratische Regierungsberater Anwar Gargasch im Onlinedienst X. Doch Bemühungen, die maritime Souveränität der Emirate zu verletzen, seien "nichts als Wunschträume".
Der Iran blockiert die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus seit Beginn des Krieges mit den USA und Israel Ende Februar weitgehend. Seit dem 8. April gilt eine brüchige Waffenruhe. Die Blockade hat die Weltmärkte erschüttert und Teheran ein wichtiges Druckmittel verschafft. Die USA verhängten ihrerseits eine Seeblockade gegen iranische Häfen.
Die Beziehungen zwischen den Emiraten und dem Iran haben sich infolge des Krieges massiv verschlechtert, da Teheran Ziele in den Golfstaaten angreift. Teheran warf den Emiraten vergangene Woche vor, eine aktive Rolle im Krieg einzunehmen. Am Freitag kündigten die Emirate an, den Bau einer neuen Öl-Pipeline voranzutreiben, um die Meerenge zu umgehen. Die geplante West-Ost-Pipeline soll über den Hafen Fudschaira laufen und voraussichtlich im nächsten Jahr in Betrieb genommen werden.
Im Hafen von Fudschaira befindet sich ein bedeutendes Ölterminal. Es wurde, wie auch weitere Häfen und Energieanlagen des Emirats, seit Beginn des Iran-Krieges wiederholt von Teheran angegriffen.
Die iranischen Revolutionsgarden hatten am Mittwoch erklärt, sie hätten in den vergangenen 24 Stunden insgesamt 26 Schiffe die Straße von Hormus passieren lassen, darunter Öltanker, Containerschiffe und andere kommerzielle Schiffe. Vergangene Woche hatte der Iran nach eigenen Angaben die Durchfahrt von mehr als 30 Schiffen erlaubt. Der Erdölpreis fiel am Mittwoch weltweit um fünf Prozent, da Trump davon gesprochen hatte, kurz vor einer Einigung zu stehen.
Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman. Durch sie läuft in Friedenszeiten rund ein Fünftel der weltweiten Transporte von Erdöl und Flüssigerdgas sowie weiterer wichtiger Güter. Die Meerenge ist neben Irans Atomprogramm ein zentraler Streitpunkt bei den Verhandlungen mit den USA über ein mögliches Ende des Kriegs.
A.Silveira--PC