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Israelische Armee: Bodeneinsatz im Libanon auf "zusätzliche Gebiete" ausgeweitet
Die israelische Armee hat eine Ausweitung ihres Bodeneinsatzes im Libanon gemeldet. Die Offensive zur Erweiterung einer "vorgeschobenen Verteidigungslinie" werde derzeit "auf zusätzliche Gebiete" ausgedehnt, erklärte die Armee am Sonntag. Israelische Soldaten hätten zudem den Fluss Litani überquert.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte bereits am Freitag erklärt, die israelischen Streitkräfte hätten den rund 30 Kilometer nördlich der gemeinsamen Grenze verlaufenden Litani überschritten. Die Armee erklärte nun, sie habe "vor einigen Tagen" einen Einsatz in der Gegend des Beaufort-Kamms und des Wadi al-Saluki im Süden des Libanon begonnen. Ziel sei es, "direkte Bedrohungen" für Orte im Norden Israels und die Stadt Metula zu beseitigen und die operative Kontrolle im Südlibanon zu stärken.
Zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah gilt seit dem 17. April offiziell eine Waffenruhe. Sie wurde jedoch nie eingehalten. Beide Seiten werfen einander Verstöße gegen die Vereinbarung vor und rechtfertigen ihre Angriffe jeweils mit mutmaßlichen Verstößen der Gegenseite.
Die israelische Armee hatte am Samstag die Bewohner von sieben Dörfern im Südlibanon zur sofortigen Evakuierung aufgerufen. Wegen des "Bruchs der Waffenruhe-Vereinbarung durch die Terrororganisation Hisbollah" werde sie "entschiedene Maßnahmen" ergreifen, erklärte Armeesprecher Avichay Adraee. Die Hisbollah erklärte ihrerseits, sie habe die nordisraelische Stadt Kirjat Schmona mit Raketen angegriffen - nach eigenen Angaben zur "Verteidigung des Libanon und seines Volkes".
Der libanesische Regierungschef Nawaf Salam hatte Israel am Samstag eine Strategie "der verbrannten Erde und der Kollektivstrafe" vorgeworfen. Diese werde Israel "weder Sicherheit noch Stabilität" bringen, sagte Salam in einer Fernsehansprache. Zugleich verteidigte er die Fortsetzung direkter Verhandlungen mit Israel als den "am wenigsten kostspieligen Weg" für den Libanon. Eine neue Gesprächsrunde ist für den 2. und 3. Juni in Washington geplant.
Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, lehnt die direkten Gespräche zwischen dem Libanon und Israel sowie das unter Vermittlung der USA geschlossene Waffenruhe-Abkommen ab. Der Libanon war durch neue Angriffe der Hisbollah auf Israel in den Iran-Krieg hineingezogen worden.
Nach Angaben der libanesischen Behörden wurden seit Beginn der Kämpfe im Libanon 3371 Menschen durch israelische Angriffe getötet. Mehr als eine Million Menschen wurden vertrieben.
N.Esteves--PC