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Ukrainische Angriffe treffen erneut Krim und russische Regionen - Stromausfall in Sewastopol
Die Ukraine hat erneut heftige Angriffe auf die von Russland annektierte Krim geflogen. In Sewastopol, der größten Stadt der Schwarzmeer-Halbinsel, fiel infolge der Attacken der Strom aus. Laut dem ukrainischen Geheimdienst SBU richteten sich die Angriffe gegen Luftabwehrsysteme und Militärflugplätze. Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf mehrere russische Regionen wurden nach Behördenangaben vom Mittwoch zudem drei Menschen getötet.
Der von Moskau eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, erklärte am Mittwoch, die rund 550.000 Einwohner zählende Stadt sei nach Angriffen ohne Strom. Sewastopol ist der Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte. "Der Feind schlägt erneut hinterhältig zu und versucht, ein normales Leben unmöglich zu machen und Panik zu schüren", schrieb Raswoschajew in Online-Netzwerken.
In einigen Stadtteilen werde die Stromversorgung bei Temperaturen um die 30 Grad Celsius voraussichtlich erst am Mittwochabend wiederhergestellt, erklärte Raswoschajew weiter. Er forderte die Einwohner auf, hilfsbedürftige Nachbarn zu unterstützen und Mobiltelefone nur für Notfälle zu nutzen, um deren Akkus zu schonen und das Netz nicht zu überlasten.
Der ukrainische Geheimdienst SBU teilte mit, auf der Krim "feindliche Luftabwehrsysteme und Militärflugplätze" getroffen zu haben. Durch die Angriffe verliere Russland "die Kontrolle über den Himmel über der Krim", hieß es weiter.
Russland nutzt die Halbinsel für sein militärisches Vorgehen gegen die Ukraine. Kiew versucht seit einiger Zeit, die russische Logistik zur Krim zu treffen. Nach ukrainischen Angriffen auf Raffinerien und Treibstofflager im Süden Russlands war zu Wochenbeginn bereits der Treibstoffverkauf auf der Krim ausgesetzt worden.
Die Ukraine griff zudem mehrere russische Regionen an. In der an die Ukraine grenzenden Region Belgorod wurden nach Behördenangaben ein Mann bei der Explosion einer Drohne getötet und eine Frau durch Splitter verletzt. In der Region Nischni Nowgorod, rund 400 Kilometer östlich von Moskau, wurden nach Angaben von Gouverneur Gleb Nikitin zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt. Durch Trümmer abgeschossener Drohnen seien zudem ein Industriebetrieb und mehrere Wohnhäuser beschädigt worden.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Luftabwehr habe in der Nacht 323 ukrainische Drohnen zerstört.
Die ukrainische Luftwaffe meldete ihrerseits 101 russische Drohnenangriffe in der Nacht, 95 Drohnen seien abgefangen worden. In der Region Charkiw wurde nach ukrainischen Angaben eine 56-jährige Frau bei einem russischen Drohnenangriff getötet.
Russland und die Ukraine haben ihre gegenseitigen Angriffe zuletzt verstärkt. Von den USA vermittelte Gespräche über ein Ende des Konflikts liegen de facto auf Eis.
F.Carias--PC