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Iran: Abschluss der Trauerfeierlichkeiten für Chamenei in Maschhad
Überschattet von neuen schweren US-Angriffen haben in der iranischen Stadt Maschhad am Donnerstag zahlreiche Menschen Abschied vom obersten iranischen Führer Ayatollah Ali Chamenei genommen. Die Trauernden schwenkten iranische Flaggen und rote Fahnen, die als Symbol für Rache gelten. Die Beerdigung in Maschhad sollte der Abschluss der sechstägigen Trauerfeiern sein, bei denen der Sarg mit dem Leichnam des geistlichen Oberhauptes durch mehrere Städte im Iran und im Irak geleitet worden war.
Die US-Angriffe führten nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens dazu, dass der Zugverkehr zwischen Teheran und Maschhad unterbrochen war. Die iranische Eisenbahn sprach von einem "kriminellen Angriff des US-israelischen Feindes" auf die Strecke. Für betroffene Fahrgäste sei ein Weitertransport auf der Straße organisiert worden.
Das iranische Außenministerium verurteilte die Angriffe auf Bahninfrastruktur als "offenkundiges Kriegsverbrechen". Der Iran werde seine territoriale Unversehrtheit, Souveränität und nationale Sicherheit verteidigen.
Ein Flugzeug hatte den Sarg mit Chameneis Leichnam am Donnerstag nach Maschhad gebracht, angesichts der jüngsten Eskalation wurde die Maschine von einem iranischen Kampfjet begleitet. Die US-Armee hatte in der Nacht zum Donnerstag in der zweiten Nacht in Folge nach eigenen Angaben dutzende militärische Ziele im Iran ins Visier genommen, laut US-Präsident Donald Trump erfolgten die Angriffe als Vergeltung für vorangegangene iranische Attacken auf Schiffe in der Straße von Hormus.
Maschhad ist die Heimatstadt Chameneis, die Beisetzung sollte im Mausoleum des Imams Resa stattfinden, dem wichtigsten schiitischen Heiligtum im Iran. Chamenei war am ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran am 28. Februar bei einem Luftangriff auf seine Residenz in Teheran getötet worden. Er hatte seit 1989 an der Spitze des Landes gestanden.
"Alle Menschen hier wollen Rache", sagte der Ladenbesitzer Mohammed Afscharian. "Ich weiß nicht, wie das mit der Diplomatie weitergehen soll und welche Politik dahintersteht, aber alle Menschen hier tragen roten Fahnen, weil sie Rache wollen". An einem Hotel mit dem Namen "Miami" war ein riesiges Plakat zu sehen, auf dem ein Kopfgeld auf US-Präsident Trump ausgesetzt wurde, nahe dem Beisetzungsort war auf einem Banner "Kill Trump" zu lesen. Auf einem weiteren Schild mit der Abbildung von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu stand: "Blut wird fließen."
Maschhads Gouverneur Hassan Hosseini wurde im staatlichen Fernsehen mit der Aussage zitiert, er erwarte 15 Millionen Teilnehmer zu den Feierlichkeiten. Angesichts von Temperaturen von um die 35 Grad wurden die Trauernden zur Abkühlung mit Wasser besprüht. Die eigentliche Trauerfeier wurde vom frühen Morgen (Ortszeit) auf den Nachmittag verlegt, weil sich laut den Organisatoren die Feierlichkeiten im Irak verzögert hatten. Die Beerdigung selbst sollte am Abend stattfinden, das Gebet sollte der 101 Jahre alte Ayatollah Hussein Nuri Hamedani sprechen.
Mit Chamenei sollten auch mehrere ebenfalls bei dem Angriff am 28. Februar getötete Angehörige beigesetzt werden, darunter seine Tochter und seine 14 Monate alte Enkeltochter, sowie die Frau seines Sohnes Modschtaba, der zu seinem Nachfolger als oberster Führer ernannt wurde. Modschtaba Chamenei wurde iranischen Angaben zufolge bei dem Angriff verletzt und ist seither nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden.
F.Ferraz--PC