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Dreyfus-Gedenktag: Macron ruft zu "ständiger Wachsamkeit" gegen Antisemitismus auf
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat angesichts des wieder zunehmenden Antisemitismus im Land zu "ständiger Wachsamkeit" aufgerufen. Anlässlich des ersten nationalen Gedenktages für den 1894 Jahren zu Unrecht verurteilten jüdischen Offiziers Alfred Dreyfus sagte Macron, "wir wissen, dass die alten Dämonen des Antisemitismus unser Land nie vollständig verlassen haben". Der Präsident rief zudem dazu auf, Franzosen zu ehren, die sich der "Nazi-Barbarei" entgegengestellt hätten.
Der französische Generalstabsoffizier Dreyfus war vor dem Hintergrund antisemitischer Anfeindungen zu Unrecht als Spion des damaligen deutschen Kaiserreichs denunziert und 1894 verurteilt worden. Er wurde wegen Hochverrats auf die Teufelsinsel in Französisch-Guyana in die Verbannung geschickt. Der Schriftsteller Emile Zola machte den Justizirrtum mit seinem legendär gewordenen offenen Brief "J'accuse" ("Ich klage an") bekannt. 1906 wurde Dreyfus' Unschuld anerkannt.
Macron sagte in Paris an der Seite von Dreyfus' 99 Jahre altem Enkel Charles, es sei an der Zeit, "dass an jedem Haus, jedem Gebäude", in dem Juden Zuflucht gefunden hätten, "die Namen der Gerechten" angebracht würden. Jede Gemeinde in Frankreich müsse sich dies zu eigen machen.
Der Bürgermeister von Paris, Emmanuel Grégoire, kündigte an, dass ein bislang nach dem nationalistischen Schriftsteller Maurice Barrès benannter Platz in der Hauptstadt künftig den Namen von Alfreds Dreyfus' Frau Lucie tragen solle. Barrès zählte zu den schärfsten Widersachern von Dreyfus, Lucie Dreyfus hatte ihren Mann dagegen unermüdlich in seinem Kampf um Gerechtigkeit unterstützt.
Macron hatte im vergangenen Jahr den 12. Juli zum nationalen Gedenktag für die Anerkennung der Unschuld von Dreyfus erklärt.
A.Silveira--PC