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USA greifen wieder Ziele im Iran an - Mehrere Tanker vor der Küste des Oman attackiert
Die US-Armee hat ihre Angriffe auf den Iran am Dienstag mit unverminderter Härte fortgesetzt und hat nach Angaben beider Seiten unter anderem die Stadt Buschehr mit dem einzigen aktiven Atomkraftwerk der Islamischen Republik angegriffen. Die Revolutionsgarden reagierten mit Angriffen auf US-Ziele unter anderem in Bahrain. Zudem wurden im Bereich der Straße von Hormus erneut Tanker angegriffen. Die USA wollten ihre Seeblockade gegen iranische Häfen am Abend gegen 22.00 Uhr MESZ wieder aufnehmen.
Die US-Armee hatte zuvor die dritte Nacht in Folge Angriffe auf den Iran gestartet. Der Einsatz habe rund fünf Stunden gedauert, teilte das US-Regionalkommando Centcom mit. Dabei seien "militärische Ziele" in südiranischen Hafenstädten ins Visier genommen worden. Unter anderem griff die Armee nach eigenen Angaben Verteidigungssysteme sowie Drohnen- und Raketenanlagen an.
Vier Stellen in der Hafenstadt Buschehr seien gegen Mittag (Ortszeit) "von feindlichen Geschossen getroffen" worden, erklärten die iranischen Behörden. Nahe der an der Straße von Hormus gelegenen Hafenstadt Bandar Abbas waren laut der iranischen Nachrichtenagentur Irna Explosionen zu hören.
Die für den weltweiten Öl- und Flüssiggas-Handel immens wichtige Meerenge steht im Mittelpunkt der wieder aufgeflammten Kämpfe zwischen dem Iran und den USA. Die Attacken sollten laut US-Armee die "iranischen Fähigkeiten für Angriffe auf die kommerzielle Schifffahrt schwächen".
Iranische Behörden meldeten zudem US-Angriffe auf die Grenzregion in der Nähe zum Irak und zu Kuwait. Ziele seien die Stadt Abadan, in der die älteste Ölraffinerie der Golfregion steht, sowie die Hafenstadt Mahschahr gewesen.
Der Ölpreis zog nach den neuen US-Angriffen stark an. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stieg am Dienstag um bis zu fünf Prozent auf etwa 87 Dollar (gut 76 Euro).
Der Iran griff nach eigenen Angaben erneut Ziele in Bahrain an. Mehrere Waffenlager, "ein Satellitenkommunikationszentrum und ein Wohngebäude der US-Streitkräfte" auf einem Militärstützpunkt seien ins Visier genommen worden, teilten die iranischen Revolutionsgarden laut dem staatlichen Fernsehsender Irib mit. Die bahrainische Armee wehrte nach eigenen Angaben "mehrere" iranische Luftangriffe ab. Die jordanische Armee schoss nach eigenen Angaben vier aus dem Iran kommende Raketen ab.
Derweil wurden im Bereich der Straße von Hormus erneut mehrere Tanker angegriffen. Das norwegische Schiff "Stolt Magnesium" sei vor der Küste des Oman von einer Explosion erschüttert worden, teilte das Risikomanagementunternehmen MTI Network mit. Die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) erklärte, ein Tanker sei im Bereich der Südroute angegriffen worden.
Die Vereinigten Arabischen Emirate warfen dem Iran vor, zwei ihrer Öltanker in omanischen Hoheitsgewässern angegriffen zu haben. Laut dem Verteidigungsministerium in Abu Dhabi wurden ein Besatzungsmitglied getötet und acht weitere Menschen verletzt. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind ein wichtiger Verbündeter der USA und wurden wie Bahrain immer wieder zum Ziel iranischer Vergeltungsangriffe.
Nach indischen Angaben handelte es sich bei dem getöteten Seemann um einen Inder. Das Außenministerium in Neu-Delhi bestellte nach eigenen Angaben den iranischen Geschäftsträger ein, um "energischen Protest" gegen die Angriffe auf die beiden Tanker mit unter anderem insgesamt 30 indischen Besatzungsmitgliedern einzulegen.
Im Machtkampf um die Meerenge kündigte US-Präsident Donald Trump an, dass die USA die Kontrolle über die Straße von Hormus übernehmen würden. Die US-Seeblockade sollte nach Armeeangaben um 22.00 Uhr (MESZ) wieder aufgenommen werden. Trump kündigte darüber hinaus eine Abgabe von 20 Prozent auf alle durch die Straße von Hormus transportierten Güter an. Die iranische Militärführung erklärte, Teheran werde ein Eingreifen der USA in der Meerenge "unter keinen Umständen zulassen".
China rief den Iran und die USA nach Angaben des Außenministeriums in Peking dazu auf, "schnellstmöglich" für eine sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus zu sorgen. China ist ein wichtiger Abnehmer iranischen Öls. Auch der Verband Deutscher Reeder warnte vor den Folgen weiterer Störungen der Durchfahrt.
Trump drohte außerdem damit, den Berg Pickaxe nahe Natans anzugreifen. Westliche Geheimdienste vermuten, dass der Iran dort im Untergrund eine Urananreicherungsanlage errichtet. Die Iraner sollten sich "bereit machen", sagte Trump. Der Westen wirft dem Iran vor, Atomwaffen anzustreben, was Teheran zurückweist.
Seit Anfang April galt im Iran-Krieg eine brüchige Waffenruhe. In jüngster Zeit kam es wegen des Streits um die Straße von Hormus immer wieder zu Angriffen. Trump erklärte die Waffenruhe in der vergangenen Woche für beendet. Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das binnen 60 Tagen zu einem Friedensabkommen führen sollte. Trotz der jüngsten Eskalation dauern die Vermittlungsbemühungen an.
E.Raimundo--PC