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Tote in Zentralrussland bei großem ukrainischen Angriff - elf Tote in der Ukraine
Bei massiven ukrainischen Drohnenangriffen in Russland sind laut Behörden im Zentrum des Landes mindestens sechs Menschen getötet worden. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden in der Nacht zum Freitag 571 Drohnen in mehreren Regionen abgefangen. Erneut attackierte die ukrainische Armee auch Lager des Onlinehändlers Wildberries. Bei russischen Angriffen in der Ukraine wurden Behördenangaben zufolge mindestens elf Menschen getötet.
Die russische Armee schoss laut dem Verteidigungsministerium ukrainische Drohnen über mehr als zehn Regionen und der von Russland annektierten Halbinsel Krim ab. Es war eine der bislang größten nächtlichen ukrainischen Angriffswellen in Russland seit Beginn des Ukraine-Kriegs vor fast viereinhalb Jahren. Die ukrainische Armee hat seit einigen Monaten ihre Angriffe auf russisches Gebiet verstärkt.
In Zentralrussland wurden bei einem ukrainischen Angriff auf einen Betrieb mindestens sechs Menschen getötet. 26 weitere Menschen seien durch den Angriff in der Region Kirow verletzt worden, erklärte Gouverneur Alexander Sokolow. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Armee seines Landes habe "ein wichtiges Rüstungsunternehmen in Kirow" getroffen. Die Gegend liegt mehr als 1000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
In der Region St. Petersburg wurden russischen Behördenangaben zufolge drei Menschen bei den ukrainischen Angriffen verletzt. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP sah Rauch über der Heimatstadt des russischen Präsidenten Wladimir Putin aufsteigen. Der Flughafen Pulkowo setzte zwischenzeitlich den Betrieb aus.
Zum dritten Mal innerhalb einer Woche griff die ukrainische Armee auch Lager des größten russischen Onlinehändlers Wildberries an. Das Unternehmen wird oft als das "russische Amazon" bezeichnet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Wildberries vor, Drohnen-Bauteile zu lagern und die russische Armee zu unterstützen.
Ein Wildberries-Lagerhaus in der Nähe von St. Petersburg sei am Freitag in Brand gesetzt worden, erklärte der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko. Wildberries selbst teilte mit, es seien zwei Logistikzentren in St. Petersburg sowie ein weiteres in Simferopol auf der Krim angegriffen worden. Ersten Erkenntnissen zufolge habe es keine Opfer gegeben, erklärte Unternehmenschefin Tatjana Kim in Onlinediensten.
Selenskyj sprach von "erfolgreichen" Angriffen gegen das russische Logistikwesen, das die russische Armee unter anderem mit Drohnenkomponenten versorge. Die 30-jährige Kassiererin Swetlana aus dem Großraum St. Petersburg sagte, die Angriffe machten ihr Angst. "Natürlich hätte ich gerne Frieden." Auch die 50-jährige Lehrerin Anna nannte die Angriffe "beängstigend". Wenn die Ukraine aber weiterhin Russland angreife, müsse die Armee "weitermachen".
Die ukrainische Armee hatte zuletzt in Russland verstärkt Logistik- und Infrastruktureinrichtungen ins Visier genommen. Damit will sie nach eigenen Angaben den Nachschub für die russischen Truppen bei ihrer Offensive in der Ukraine stören. Bei einem vorherigen Angriff am Samstag auf zwei Wildberries-Logistikzentren nahe Moskau waren acht Mitarbeiter getötet worden.
Ebenfalls am Freitag wurden bei einem der seltenen russischen Luftangriffe auf die Ukraine am Tag nahe der Hauptstadt Kiew laut Selenskyj sechs Menschen getötet. Dutzende weitere Menschen seien verletzt worden. Reporter der Nachrichtenagentur AFP hörten Explosionen in Kiew. Die Behörden hatten kurz zuvor vor Raketen gewarnt, die sich der Stadt näherten.
Bei einem Angriff auf die ostukrainische Stadt Slowjansk wurden nach Behördenangaben fünf Menschen getötet. Neun weitere Menschen seien verletzt worden, als die russische Luftwaffe Lenkbomben auf die nahe der Front gelegene Stadt abgeworfen habe.
Rumänien schoss erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs eine Drohne in seinem Luftraum ab. Das Fluggerät sei nahe dem Dorf Padina von einem rumänischen Piloten eines F-16-Kampfjets abgeschossen worden, sagte der Präsident des Nato-Mitgliedstaats, Nicusor Dan. Untersuchungsteams "verschiedener Behörden" seien unterwegs, um Details zu dem Vorfall zu liefern.
P.Serra--PC