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Mindestens 16 Tote bei gegenseitigen Angriffen Russlands und der Ukraine
Bei ukrainischen und russischen Angriffen sind in beiden Ländern am Samstag insgesamt mindestens 16 Menschen getötet worden. Behörden des russisch besetzten Teils der ukrainischen Region Saporischschja meldeten acht Tote. In der Grenzregion Belgorod gab es russischen Angaben zufolge zwei Todesopfer, im russisch besetzten Teil der Region Cherson ein weiteres. Von ukrainischer Seite wurden insgesamt fünf Todesopfer bekanntgegeben. Die Ukraine griff zudem eine Ölraffinerie in Sibirien an.
Laut dem von Russland eingesetzten Leiter der Verwaltung für den besetzten Teil der südlichen Region Saporischschja wurde im Ort Kyryliwka am Ufer des Asowschen Meers in der Nacht zu Samstag ein Ferienlager angegriffen. Acht Menschen seien getötet worden, darunter zwei Kinder, gab Verwaltungschef Jewgeni Balizki an. 14 weitere Menschen seien verletzt worden.
In der russischen Region Belgorod nahe der Grenze zur Ukraine wurden bei einem ukrainischen Angriff nach Angaben der russischen Behörden zwei Menschen getötet. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, 328 Drohnen seien abgefangen worden, unter anderem in der Region Moskau und weiter entfernten Regionen wie Baschkortostan und der Republik Tschuwaschien. Auch die Großstadt Jekaterinburg am Ural sei getroffen worden.
Russland führt seit Februar 2022 eine großangelegte Offensive in der Ukraine aus. Die ukrainische Armee ihrerseits hat seit einigen Monaten ihre Angriffe auf russisches Gebiet verstärkt. Die Verhandlungen über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs unter US-Vermittlung sind festgefahren, auch weil sich die USA auf den Krieg in der Golfregion konzentrieren.
Kiew gab am Samstag bekannt, dass bei einem Drohnenangriff auf den privaten Kurierdienst Nowa Poschta in der Region Sumy drei Fahrer getötet worden seien. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, es habe sich um einen "doppelten" Drohnenangriff gehandelt.
Zwei weitere Menschen starben den Behörden zufolge bei Angriffen im Süden der Ukraine.
Ukrainische Drohnen trafen zudem eine Ölraffinerie in der sibirischen Region Tjumen. Sie liegt tief im Landesinneren und ist eines der bisher am weitesten von der Front entfernten Ziele ukrainischer Angriffe. Der Gouverneur der Region Tjumen, Alexander Moor, erklärte, eine ukrainische Drohne sei "auf das Gebiet" einer Ölraffinerie gefallen und habe einen Brand ausgelöst. Moskau erklärte, die Ukraine habe mit mehr als 300 Drohnen angegriffen.
Selenskyj teilte mit, dass zudem den zweiten Tag in Folge eine Fabrik in Kirow hunderte Kilometer von Moskau entfernt getroffen worden sei. Seinen Angaben zufolge stellt das Werk "Teile für die Waffen her, mit denen Russland unser Volk angreift".
Bei einem Angriff auf Kirow waren am Freitag nach Angaben des Gouverneurs Alexander Sokolow fünf Menschen getötet worden. Ein zunächst für tot gehaltener Mann sei lebend gefunden worden, womit die zunächst angegebene Zahl von sechs Toten nach unten korrigiert wurde, erklärte der Gouverneur am Samstag. Solokow ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.
Am Freitag hatte die Ukraine auch erneut ein Lager des russischen Onlinehändlers Wildberries in der Stadt Jekaterinburg im Ural angegriffen. Dem Unternehmen zufolge gab es keine Toten. Zuvor hatte die Ukraine bereits Lager des Onlinehändlers in Moskau, St. Petersburg und auf der Halbinsel Krim angegriffen.
Bei einem vorhergegangenen Angriff auf zwei große Logistikzentren von Wildberries in der Nähe von Moskau waren acht Mitarbeiter getötet worden.
Die ukrainischen Angriffe auf Energieinfrastruktur tief im Landesinneren haben zu Treibstoffmangel geführt und das Leben für die Menschen in Russland jüngst mehr beeinträchtigt als je zuvor während des seit bald viereinhalb Jahren andauernden Kriegs.
F.Moura--PC