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USA und Iran verschärfen Seekonflikt - Huthis melden Angriff auf Saudi-Arabien
Der im Zuge des Iran-Kriegs entstandene Schifffahrts-Konflikt hat sich erneut verschärft. US-Streitkräfte beschossen nach eigenen Angaben einen Tanker in der Straße von Hormus, der ihre Blockade iranischer Häfen durchbrechen wollte. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten am Samstag, sie hätten vier Schiffe an der wichtigen Meerenge gestoppt. Derweil meldete die vom Iran unterstützte jemenitische Huthi-Miliz einen Angriff auf Ölanlagen in Saudi-Arabien.
"Wir haben den Tanker außer Gefecht gesetzt, nachdem seine Besatzung mindestens viermal versucht hatte, die Blockade zu durchbrechen", teilte der Sprecher des US-Regionalkommandos Centcom, Tim Hawkins, am Freitag (Ortszeit) zur Attacke auf das Schiff mit. Die Besatzung sei mehrfach gewarnt worden. US-Kräfte hätten schließlich auf den Maschinenraum geschossen. Das Schiff sei danach nicht mehr in Richtung Iran unterwegs gewesen.
Nahe der Straße von Hormus meldete die britische Seefahrtbehörde UKMTO zudem einen Vorfall mit einem weiteren Öltanker und nicht näher bezeichneten Streitkräften. Sie habe einen entsprechenden Bericht aus dem Golf von Oman erhalten, erklärte die Behörde.
Die iranischen Revolutionsgarden erklärten ihrerseits, ihre Marine habe binnen 24 Stunden vier Schiffe gestoppt, die die Meerenge über eine "illegale und unsichere Route" hätten passieren wollen. Nach Warnschüssen hätten die Schiffe ihren Kurs geändert.
Der Iran hatte zuletzt Tanker angegriffen, die nahe der Küste des Oman durch die Meerenge fuhren. Teheran versucht mit seinem Vorgehen, Schiffe zur Nutzung iranischer Gewässer und zur Zahlung für eine sichere Durchfahrt zu zwingen.
US-Präsident Donald Trump sagte unterdessen, er habe noch nicht über größere Angriffe auf den Iran entschieden. Washington spreche derzeit mit Teheran, das in den Verhandlungen "immer ernsthafter" werde. Ohne Abkommen drohte Trump dem Iran mit einem "weitaus höheren Niveau" der Angriffe.
Erstmals nach 13 aufeinanderfolgenden Nächten gab die US-Armee unterdessen keine erneuten Angriffe auf den Iran bekannt.
Die Huthis erklärten, sie hätten Anlagen des saudiarabischen Ölkonzerns Saudi Aramco in Dschisan und Janbu am Roten Meer mit Drohnen und Raketen angegriffen. Der Militärsprecher der Miliz drohte in einer Videoerklärung mit einer "Eskalation (...) in den kommenden Stunden und Tagen". Ein von AFP überprüftes Video zeigte dunklen Rauch über der Aramco-Raffinerie in Dschisan.
Saudi-Arabien äußerte sich zunächst nicht zu den Angaben. Die Zivilschutzbehörde hatte die Bewohner von Dschisan und der weiter nördlich gelegenen Hafenstadt Janbu kurzzeitig vor einer "möglichen Gefahr" gewarnt.
Die Huthi-Attacke folgte auf saudiarabische Angriffe im Jemen. Nach Angaben einer jemenitischen Sicherheitsquelle trafen die saudiarabischen Angriffe unter anderem einen Marinestützpunkt in der Hafenstadt Hodeida und ein Militärlager auf der Insel Kamaran. Huthi-Medien meldeten zwei Verletzte.
Eine Bewohnerin Hodeidas sagte AFP, sie habe drei Explosionen "wie lauten Donner" gehört. "Ich wollte nicht glauben, dass die Angriffe wieder begonnen hatten", sagte sie. Die saudiarabisch geführte Militärkoalition erklärte, ihre "entschlossene Antwort" auf Angriffe gegen Handelsschiffe sei nun beendet.
Die Huthis hatten Saudi-Arabien zuvor eine "gefährliche Eskalation" vorgeworfen und erklärt, das Vorgehen werde "nicht unbeantwortet bleiben". Die von Teheran unterstützte Miliz hatte am Montag eine Blockade gegen saudiarabische Schiffe im Roten Meer und im Golf von Aden angekündigt und zwei Schiffe angegriffen.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi rief angesichts der Kämpfe zum Dialog auf. Es gebe "keine militärische Lösung" für den Konflikt im Jemen und um die Meerenge Bab-al-Mandab, sagte er der staatlichen Zeitung "Iran Daily". Die Entwicklung könne nicht dem Iran zugeschrieben werden, sondern wurzele in alten Streitigkeiten zwischen dem Jemen und Saudi-Arabien.
Im Jemen wütet seit über einem Jahrzehnt ein bewaffneter Konflikt. Saudi-Arabien unterstützt seit 2015 die international anerkannte Regierung des Jemen im Kampf gegen die Huthis. Seit einer von der UNO vermittelten Waffenruhe im Jahr 2022 waren die Kämpfe weitgehend zum Erliegen gekommen. Der Konflikt hatte hunderttausende Todesopfer verursacht und eine schwere humanitäre Krise ausgelöst.
Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine zentrale Route für Öl und Flüssiggas. Nach einer kurzfristigen Entspannung hatte der Iran die Meerenge de facto wieder geschlossen. Die USA verhängten daraufhin erneut eine Blockade iranischer Häfen.
Die Meerenge Bab-al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und war für Saudi-Arabien zur wichtigsten Ausweichroute geworden. Die Huthis erklären, ihre Blockade richte sich nur gegen saudiarabische Schiffe und nicht gegen den gesamten Verkehr.
Die UNO forderte unterdessen einen sicheren Transit für rund 6000 Seeleute, die auf blockierten Schiffen nahe der Straße von Hormus festsitzen.
A.Seabra--PC