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Mindestens 20 Tote bei gegenseitigen Angriffen Russlands und der Ukraine
Bei gegenseitigen Angriffen der Ukraine und Russlands sind in beiden Ländern insgesamt mindestens 20 Menschen getötet worden. Russische Behörden meldeten am Samstag zwölf Tote im russisch besetzten Teil Saporischschjas sowie drei weitere Tote in anderen Regionen. Von ukrainischer Seite wurden insgesamt fünf Todesopfer gemeldet. Die Ukraine griff zudem eine Ölraffinerie in Sibirien an. Derweil rief Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew Kremlchef Wladimir Putin zu einem Stopp der Kämpfe auf.
Laut der von Russland eingesetzten Verwaltung für den russisch besetzten Teil der südlichen Region Saporischschja wurde im Ort Kyryliwka am Ufer des Asowschen Meers in der Nacht zu Samstag ein Ferienlager angegriffen. Zwölf Menschen seien getötet worden, darunter vier Kinder, heiß es.
In der russischen Region Belgorod nahe der Grenze zur Ukraine wurden bei einem ukrainischen Angriff nach Angaben der russischen Behörden zwei Menschen getötet. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, 328 Drohnen seien abgefangen worden, unter anderem in der Region Moskau und in weiter entfernten Regionen wie Baschkortostan und der Republik Tschuwaschien. Auch die Großstadt Jekaterinburg am Ural sei getroffen worden.
Ein weiteres Todesopfer habe es im russisch besetzten Teil der ukrainischen Region Cherson gegeben, teilten russische Behörden mit.
Russland führt seit Februar 2022 Krieg gegen die Ukraine. Die ukrainische Armee wiederum hat seit einigen Monaten ihre Angriffe auf russisches Gebiet verstärkt.
Kiew gab am Samstag bekannt, dass bei einem Drohnenangriff auf den privaten Kurierdienst Nowa Poschta in der Region Sumy drei Fahrer getötet worden seien. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, es habe sich um einen "doppelten" Drohnenangriff gehandelt. Zwei weitere Menschen starben den Behörden zufolge bei Angriffen im Süden der Ukraine.
Ukrainische Drohnen trafen derweil eine Ölraffinerie in der sibirischen Region Tjumen. Sie liegt tief im Landesinneren und ist eines der bisher am weitesten von der Front entfernten Ziele ukrainischer Angriffe. Der Gouverneur der Region Tjumen, Alexander Moor, erklärte, eine ukrainische Drohne sei "auf das Gebiet" einer Ölraffinerie gefallen und habe einen Brand ausgelöst.
Selenskyj teilte mit, dass zudem den zweiten Tag in Folge eine Fabrik in Kirow hunderte Kilometer von Moskau entfernt getroffen worden sei. Seinen Angaben zufolge stellt das Werk "Teile für die Waffen her, mit denen Russland unser Volk angreift".
Bei einem Angriff auf Kirow waren am Freitag nach Angaben des Gouverneurs Alexander Sokolow fünf Menschen getötet worden. Ein zunächst für tot gehaltener Mann sei lebend gefunden worden, womit die zunächst angegebene Zahl von sechs Toten nach unten korrigiert wurde, erklärte der Gouverneur am Samstag. Solokow ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.
Die ukrainischen Angriffe auf Energieinfrastruktur tief im Landesinneren haben zu Treibstoffmangel geführt und das Leben für die Menschen in Russland jüngst mehr beeinträchtigt als je zuvor während des seit bald viereinhalb Jahren andauernden Kriegs.
Das an die Ukraine grenzende Nato-Land Rumänien gab am Samstag bekannt, den zweiten Tag in Folge eine Drohne in seinem Luftraum abgefangen zu haben. Die Drohne sei 9,6 Kilometer westlich von Sfantu Gheorghe im Donaudelta nahe der Grenze zur Ukraine abgeschossen worden, erklärte das Verteidigungsministerium.
Erst am Freitag war eine Drohne etwa 114 Kilometer von der Hauptstadt Bukarest entfernt abgeschossen worden. Seit Kriegsbeginn hatte es in Rumänien mehrfach Vorfälle mit Drohnen gegeben, darunter auch auf rumänischem Staatsgebiet abgestürzte Drohnen.
Der kasachische Präsident Tokajew schlug Putin derweil am Samstag bei einem russisch-kasachischen Gipfel im sibirischen Omsk ein Einfrieren des Konflikts vor. Es gebe die Möglichkeit, "das alles einzufrieren". Es sei "eine Schande, junge Menschen sterben ... All das muss gestoppt werden", forderte er. Putin antwortete darauf, er werde Tokajew über "die Details" des Krieges informieren.
Kasachstan ist ein Verbündeter Russlands, hat aber nie Unterstützung für Moskaus Krieg gegen die Ukraine signalisiert.
L.Carrico--PC