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Nach einigen Tagen Ruhe: USA melden iranische Angriffe und eigene Attacken im Irak
Nach einigen Tagen ohne gegenseitige Attacken hat die US-Armee neue Raketenangriffe des Iran gemeldet. Der versuchte "Überraschungsangriff auf im Nahen Osten stationierte US-Streitkräfte" sei abgewehrt worden, erklärte das zuständige Regionalkommando Centcom. Nahezu zeitgleich flogen die USA und Saudi-Arabien nach eigenen Angaben Angriffe auf "terroristische" Ziele im Irak. Die erneute Zuspitzung des Kampfgeschehens erfolgte nur wenige Stunden nach einem Treffen von US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu in Washington.
Einheiten der Iranischen Revolutionsgarden hätten "mehrere ballistische Raketen vom Iran aus" abgefeuert, erklärte Centcom im Onlinedienst X. Dies sei der "Versuch eines Überraschungsangriffs auf im Nahen Osten stationierte US-Streitkräfte" gewesen. "Alle iranischen Raketen wurden erfolgreich abgefangen."
Wenig später erklärte das Regionalkommando, dass Kampfflieger der USA und Saudi-Arabiens "mit dem Iran verbündete Terroristen" im Irak angegriffen haben. Die Milizen im Irak seien von den iranischen Revolutionsgarden "angewiesen" worden, "US-Streitkräfte und die saudische Energieinfrastruktur anzugreifen". Sie hätten in den vergangenen Tagen mehr als zwei Dutzend Drohnenangriffe ausgeführt.
"Die Revolutionsgarden und ihre terroristischen Stellvertreter müssen diese Angriffe einstellen, um weitere militärische Reaktionen der USA zu vermeiden", warnte Centcom. Das saudiarabische Verteidigungsministerium erklärte seinerseits, es habe zusammen mit den USA "dem Iran loyale terroristische Milizen" im Irak angegriffen. Dabei habe es sich um "Selbstverteidigung" gehandelt.
Einige Stunden zuvor hatte das Ministerium erklärt, "mit dem Iran in Verbindung stehende Milizen" hätten erneut vom Irak aus Drohnenangriffe auf Saudi-Arabien geflogen. Der Angriff habe sich gegen Ölanlagen des Landes gerichtet. Die Luftabwehr des Golfstaates habe "mehrere Drohnen abgefangen und zerstört". Bereits am Montag hatte Riad Drohnenangriffe aus dem Irak gemeldet.
Der Zusammenschluss pro-iranischer schiitischer Milizen "Islamischer Widerstand im Irak" bezeichnete die Vorwürfe als "Erfindungen". Für den Fall eines saudiarabischen Vorgehens im Irak drohte die Gruppe mit einer "harten" Antwort.
In Reaktion auf das neue Kampfgeschehen stiegen sofort wieder die Ölpreise. An den Börsen in Asien sprangen die Preise für ein Barrel Öl um mehr als drei Prozent.
Die neuen Angriffen trübten zudem die Hoffnung auf ein endgültiges Ende der Kämpfe in der Region. Nach 13 Nächten mit neuen US-Luftangriffen auf den Iran und Vergeltungsattacken Teherans hatten beide Seiten zuvor seit Freitag vergangener Woche keine gegenseitigen Angriffe mehr gemeldet. In der Folge zeigte sich US-Präsident Trump zuversichtlich über eine mögliche Verhandlungslösung. Er sprach am Montag von einer "guten Chance" für eine Einigung mit Teheran.
Zum ersten Mal seit Beginn des Iran-Kriegs durch US-israelische Angriffe im Februar empfing Trump am Dienstag Israels Regierungschef Netanjahu. Die Begegnung der beiden Politiker fand hinter verschlossenen Türen statt und dauerte rund anderthalb Stunden, wie das Weiße Haus mitteilte. Beide Seiten äußerten sich im Anschluss zufrieden über das Treffen, nachdem es in den vergangenen Monaten deutliche Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Politikern gegeben hatte.
Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sprach anschließend im Onlinedienst X kurz von "positiven und produktiven" Gesprächen. Netanjahu sagte in einer Videobotschaft: "Es war eines der besten Gespräche, die ich je mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten hatte, unserem Freund Donald Trump." Es sei vor allem um das "gemeinsame Ziel" gegangen, den Iran am Bau einer Atomwaffe zu hindern.
Nach Einschätzung von Jonatan Freeman von der Hebräischen Universität Jerusalem war es Hauptziel des Besuchs, Berichten über eine Abkühlung der Beziehungen zwischen den Verbündeten entgegenzuwirken. Das Wichtigste sei es, "der Welt, dem Iran und auch dem Libanon sowie anderen" zu zeigen, dass es "mehr Übereinstimmungen als Differenzen" zwischen Trump und Netanjahu gebe.
Die Beziehungen zwischen Trump und Netanjahu hatten sich zuletzt deutlich abgekühlt. Der US-Präsident äußerte sich vor dem Empfang seines Duzfreundes "Bibi" verärgert über israelische Warnungen, der Iran sichere derzeit eine geheime Anreicherungsanlage für Nuklearmaterial unter dem sogenannten Pickaxe-Berg ab.
"Ich habe es nicht nötig, dass Bibi mir das sagt", sagte Trump im Sender Fox News. "Bibi sagt mir das, weil er will, dass ich weiter mitmache." Er wisse "ganz genau, was bei Pickaxe passiert", sagte Trump weiter. Die USA hätten die iranischen Atomanlagen zerstört und würden bei Bedarf auch die Anlage unter dem Pickaxe-Berg angreifen.
Das Treffen erfolgte nicht nur inmitten des Iran-Kriegs, sondern auch wenige Monate vor wichtigen Wahlen in beiden Ländern: In Israel wählen die Bürger am 27. Oktober ein neues Parlament, in den USA finden am 3. November die Kongress-Zwischenwahlen statt. Sowohl Trump als auch Netanjahu stehen innenpolitisch wegen des Iran-Krieges unter Druck.
Nogueira--PC