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13 Tote und 75 Verletzte bei ukrainischem Drohnenangriff in Zentralrussland
Es ist einer der schwersten ukrainischen Drohnenangriffe auf Russland seit Beginn der russischen Großoffensive vor fast viereinhalb Jahren: In der Region Tatarstan sind nach russischen Angaben 13 Menschen getötet worden. Unter den Todesopfern des "massiven" Angriffs am Montag sei auch ein Kind, teilten die regionalen Behörden mit. 75 weitere Menschen wurden demnach verletzt. In der Ukraine wiederum wurden laut Behörden sechs Menschen bei russischen Angriffen getötet.
Unter den Toten im russischen Nischnekamsk waren laut der Regionalregierung von Tatarstan tadschikische und usbekische Staatsbürger. 21 der 75 Verletzten wurden den Behördenangaben zufolge zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht.
Das russische Ermittlungskomitee, das für die Verfolgung besonders schwerwiegender Straftaten zuständig ist, kündigte eine Untersuchung wegen eines "Anschlags" an. "Nach Angaben der Ermittler haben die ukrainischen Streitkräfte mit Drohnen ein Wohngebiet sowie Industrieanlagen in Nischnekamsk ins Visier genommen", erklärte das Komitee.
Der ukrainische Generalstab teilte mit, die Raffinerie Taneko des Mineralölkonzerns Tatneft sei getroffen worden. Der Angriff sei zur "Reduzierung des militärischen Potenzials des russischen Aggressors" erfolgt. In Onlinediensten waren Aufnahmen einer großen schwarzen Rauchwolke an einer Ölanlage nahe Nischnekamsk zu sehen. Die Aufnahmen konnten vorerst nicht unabhängig überprüft werden. Der Präsident der Republik Tatarstan, Rustam Minnichanow, rief den Montag zum Trauertag aus.
Nischnekamsk liegt rund tausend Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Die Stadt mit rund 240.000 Einwohnern wird oft als "Hauptstadt der Petrochemie" der zentralrussischen Region Tatarstan bezeichnet. Dort befinden sich Ölraffinerien und ein großes petrochemisches Werk. Nischnekamsk war bereits Mitte Juni von ukrainischen Drohnen getroffen worden. Ukrainischen Angaben zufolge wurden damals zwei Ölraffinerien ins Visier genommen. Insgesamt hat die Ukraine zuletzt vermehrt Ölanlagen in Russland angegriffen.
In der Nacht zum Montag seien insgesamt 456 ukrainische Drohnen über rund 15 russischen Regionen und der annektierten Halbinsel Krim abgefangen und zerstört worden, erklärte das russische Verteidigungsministerium. Das Ministerium gibt grundsätzlich nicht an, wieviele Drohnen ihr Ziel erreichen.
In der an die Ukraine angrenzenden Region Belgorod sei eine Frau bei einem Drohnenangriff getötet worden, teilten die dortigen Behörden mit.
In der Ukraine wurden in der nordöstlichen Region Charkiw nach Behördenangaben fünf Menschen durch einen russischen Artillerieangriff getötet. Der "massive" Angriff habe sich gegen ein Wohngebiet im Ort Bugajiwka gerichtet, erklärte die Staatsanwaltschaft im Onlinedienst Telegram. Mehrere Häuser seien zerstört worden. Dazu veröffentlichte die Behörde das Bild von Trümmern eines Hauses.
Laut Behördenangaben wurde zudem in der südukrainischen Region Cherson nahe der Front durch einen russischen Drohnenangriff ein Mann in einem Taxi getötet. Die ukrainische Luftwaffe erklärte, Russland habe das Nachbarland in der Nacht mit 126 Drohnen angegriffen. In der südukrainischen Region Odessa waren derweil nach einem russischen Angriff vom Wochenende weiter zehntausende Haushalte ohne Strom.
S.Caetano--PC