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Sambier wählen neuen Präsidenten - Amtsinhaber Hichilema gilt als Favorit
In Sambia haben die Menschen am Donnerstag ein neues Staatsoberhaupt und ein neues Parlament gewählt. Die Wahllokale öffneten um 06.00 Uhr und sollten um 18.00 Uhr schließen. Hunderte der insgesamt 8,7 Millionen Wahlberechtigten reihten sich trotz morgendlicher Kälte schon lange vor Öffnung der Lokale in die Warteschlangen ein. Als Favorit geht der amtierende Präsident Hakainde Hichilema ins Rennen, der eine zweite und letzte Amtszeit anstrebt.
"Die Sambier sind frustriert, und bei dieser Wahl stehen die Chancen 50:50. Deshalb sind wir alle schon so früh hier, um den Wandel herbeizuführen", sagte der Wähler Mwiche Nalupumbwe der Nachrichtenagentur AFP in Kabulonga etwa acht Kilometer östlich der Hauptstadt Lusaka. Die vergangenen fünf Jahre seien "nicht einfach" gewesen, betonte der 26-Jährige.
"Die Wirtschaft hat sich stabilisiert. Die Weichen sind gestellt, und es ist ein solides Fundament", sagte seinerseits Akapelwa Akapelwa, ein 62-jähriger Geschäftsmann, AFP nach der Abgabe seiner Stimme.
Hichilema hatte in den vergangenen Jahren mehrere Reformen durchgesetzt. Er versprach die Schaffung neuer Arbeitsplätze und plant ein ehrgeiziges Infrastrukturprogramm. Doch auch wenn die Inflation in Sambia gesunken ist und sich die Landeswährung stabilisiert hat, haben viele Einwohner mit hohen Lebenshaltungskosten zu kämpfen.
Hichilemas wichtigster Herausforderer ist der Anwalt Brian Mundubile, ein Verbündeter des früheren Präsidenten Edgar Lungu. Der 55-jährige Mundubile wirft der amtierenden Regierung vor, sich auf Wirtschaftsreformen zu konzentrieren, während sie versäume, den Menschen in Sambia spürbare Entlastung zu bringen. Er präsentiert sich als Fürsprecher der einfachen Sambier.
Kritiker, darunter die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, werfen Hichilema vor, zunehmend intolerant gegenüber abweichenden Meinungen zu sein. Dabei verweisen sie auf den Umgang mit Oppositionellen, Journalisten und Aktivisten. Hichilemas Regierung weist die Vorwürfe zurück.
Mundubile sagte AFP am Mittwoch, dass die Regierung die Auflagen für den Wahlkampf seiner Partei verschärft habe und kritisierte, der Wahlkampf könne nicht als frei und fair angesehen werden.
"Nur die Menschen, die Verbindungen zu Politikern haben, behaupten, dass es der Wirtschaft gut geht", sagte der 32-jährige Busfahrer Ceshas Tembo. "Viele von uns leben nach wie vor von der Hand in den Mund, und selbst dann reicht es nie."
Seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1964 hat sich Sambia den Ruf als eine der stabileren Demokratien im südlichen Afrika erarbeitet. Berühmt ist das Land außerdem für die Viktoriafälle, die von der örtlichen Bevölkerung Mosi-oa-Tunya (Deutsch: Der Rauch, der donnert) genannt werden. Die sich über die Grenze zu Simbabwe am Fluss Sambesi erstreckenden Wasserfälle sind Teil des Unesco-Weltkulturerbes und bei Touristen sehr beliebt.
M.Gameiro--PC