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Auswärtiges Amt: Bundesaußenminister Wadephul zu Gesprächen in die Ukraine gereist
Inmitten neuer russischer Angriffe ist Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) zu Gesprächen in die Ukraine gereist. Wie das Auswärtige Amt am Samstagmorgen mitteilte, erfolgt der Besuch anlässlich des 35. Unabhängigkeitstages der Ukraine. Im Mittelpunkt der Gespräche steht demnach insbesondere die militärische Unterstützung "angesichts der anhaltenden brutalen russischen Angriffe auf zivile Infrastruktur". Zudem soll es um die Wintersicherung sowie die Vertiefung der deutsch-ukrainischen Sicherheitskooperation gehen.
"Die Ferienwochen im Juli und August, für Menschen überall in Europa die schönste Zeit des Jahres, waren für die ukrainische Zivilbevölkerung die tödlichsten seit mehr als vier Jahren", sagte Wadephul laut Auswärtigem Amt bei seiner Ankunft. Nie vorher habe Russland mehr Raketen auf sein Nachbarland abgefeuert. Jeden Tag würden Frauen, Männer und Kinder von Russland "der Zukunft beraubt, auf die das ganze Land hofft und nach der das ganze Land strebt".
Deutschland unterstützt die Ukraine laut Auswärtigem Amt dabei, ihre Energieversorgung aufrechtzuerhalten, Schäden zu beheben und ihre kritische Infrastruktur widerstandsfähiger zu machen. Ein Schwerpunkt von Wadephuls Besuchs sei daher die Vorbereitung auf den kommenden Winter. Dazu gehörten unter anderem die Bereitstellung von Generatoren, Ersatzteilen und weiterer Energietechnik, die Unterstützung des ukrainischen Energiesektors sowie Maßnahmen zum Schutz kritischer Infrastruktur.
Ein weiterer Schwerpunkt betrifft demnach die Vertiefung der Sicherheits- und Verteidigungskooperation mit der Ukraine. Dabei soll es insbesondere um die Stärkung militärischer Fähigkeiten, den Austausch von Erfahrungen und den gemeinsamen Aufbau langfristiger Sicherheitsstrukturen gehen.
Russland greift die Ukraine seit Beginn seines Angriffskriegs im Februar 2022 fast täglich mit Drohnen und Raketen an. Die Ukraine reagiert mit Angriffen auf russisches Gebiet. In den vergangenen Wochen hat Russland seine Angriffe auf das Nachbarland verstärkt. Im Visier der russischen Streitkräfte steht dabei auch zivile Infrastruktur.
Zuletzt griffen die russischen Streitkräfte die Ukraine in der Nacht zum Samstag an. Dabei wurden den Behörden zufolge mindestens zwei Menschen getötet. Erst am am Freitag waren bei einem doppelten Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in der Stadt Krywyj Rih laut Behörden mindestens 16 Menschen getötet und 120 weitere verletzt worden.
Fast viereinhalb Jahre nach Beginn der russischen Angriffe auf die Ukraine gibt es weiterhin keine konkreten Aussichten auf ein Ende des Krieges. Die maßgeblich von den USA vermittelten Verhandlungen über eine Waffenruhe liegen derzeit auf Eis.
G.Teles--PC