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Huthis weiten Angriffe auf saudiarabische Hauptstadt Riad aus
Schäden an einem Kindergarten, in Sicherheit gebrachte Schüler und Diplomaten sowie anhaltende Attacken auf Flughäfen: Die pro-iranische Huthi-Miliz im Jemen hat ihre Angriffe auf Saudi-Arabien ausgeweitet. Eine von Riad angeführte Militärkoalition gab am Donnerstag bekannt, zwei auf Riad zusteuernde Raketen abgefangen zu haben. Kurze Zeit später trafen Trümmer einen Kindergarten und eine Gesundheitseinrichtung. Es handelte sich um die bisher größte Angriffswelle auf Saudi-Arabien seit dem Beginn des Iran-Kriegs, in den das Königreich immer weiter hineingezogen wird.
In der Hauptstadt Riad waren am Donnerstagmittag abermals Explosionen zu hören. Diplomaten sagten der Nachrichtenagentur AFP, sie seien angewiesen worden, sich in ihre jeweiligen Botschaften und Schutzräume zu begeben.
Nach Angaben von Bewohnern der Hauptstadt wurden auch an internationalen Schulen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, mindestens eine Einrichtung schickte die Kinder in den Keller in Sicherheit. Aus dem Geschäftszentrum Riads berichteten zwei Angestellte, einige Unternehmen würden ihre Belegschaft aus dem Bezirk abziehen. Angaben zu möglichen Opfern wurden zunächst nicht gemacht.
Zudem forderten die Huthis Arbeiter in Ölraffinierien am Donnerstag auf, die Anlagen zu verlassen, nachdem vor wenigen Tagen eine wichtige Ölraffinerie im Süden des Landes angegriffen worden war.
Derweil nahmen die Huthis weiterhin Flughäfen ins Visier: Am Donnerstagabend reklamierten die Kämpfer einen weiteren Angriff auf den Flughafen von Riad für sich - den dritten Angriff an diesem Tag. Aus zwei mit dem Fall vertrauten Kreisen erfuhr AFP, dass an dem Flughafen zwei Flugzeuge beschädigt worden seien.
Bereits am Morgen und am Mittwoch hatten die vom Iran unterstützen jemenitischen Huthis Flughäfen in dem Königreich angegriffen. Ein Huthi-Sprecher erklärte am Donnerstag im Onlinedienst X, die Miliz habe den wichtigsten internationalen Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad "erfolgreich" mit einer ballistischen Rakete angegriffen. Die Rakete habe ihr Ziel "präzise" getroffen und den Flughafenbetrieb "beeinträchtigt", erklärte Jahja Saree.
Zudem warnte er vor Flügen nach Riad. "Wir erneuern letztmalig unseren Aufruf und unsere Warnung an alle internationalen Fluggesellschaften, keine Flüge mehr durch den saudiarabischen Luftraum auszuführen", schrieb er.
Zahlreiche Flüge am Flughafen König Khalid in Riad waren verspätet oder gestrichen, wie aus den Anzeigetafeln am Flughafen hervorging. Passagiere wurden in Onlinediensten aufgefordert, ihre Fluggesellschaft zu kontaktieren, bevor sie sich an den Flughafen begeben.
Die USA riefen ihre Bürger am Donnertag zu erhöhter Wachsamkeit in Riad auf. In Saudi-Arabien arbeitende Staatbedienstete benötigen laut dem Außenministerium in Washington nun eine "spezielle Erlaubnis", um den internationalen Flughafen in Riad zu nutzen.
Am Mittwoch waren nach Angaben der saudiarabischen Zivilluftfahrtbehörde drei Menschen bei den Angriffen auf die Flughäfen in der Hauptstadt Riad und in der südlichen Stadt Abha getötet worden. 36 weitere Menschen wurden dabei zudem verletzt, wie die Behörde mitteilte. Am Flughafen König Chalid in Riad wurde laut der saudiarabischen Zivilluftfahrtbehörde ein Sudanese getötet. Bei den Todesopfern in Abha handelte es sich demnach um einen Ägypter und einen Algerier. Die Verletzten seien mit "leichten bis schweren" Verletzungen in Krankenhäuser gebracht worden.
Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition machte die Huthis direkt für die Angriffe verantwortlich und kündigte Vergeltungsmaßnahmen an. "Die brutalen Angriffe der terroristischen Huthi-Miliz auf Zivilisten und zivile Einrichtungen im Königreich", die sich zuletzt gegen die beiden Flughäfen gerichtet hätten, würden "nicht ungestraft bleiben", erklärte die Militärkoalition auf X.
Die Koalition teilte mit, sie habe daraufhin 82 "legitime militärische Ziele" angegriffen und zerstört. Darunter waren demnach in den Bergen gelegene Einrichtungen der jemenitischen Miliz für ballistische Raketen, Kommando- und Kontrollzentren und Kommunikationssysteme.
Die Huthi-Miliz kontrolliert seit Jahren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Saudi-Arabien unterstützt die jemenitischen Regierungstruppen im Kampf gegen die Miliz. Zuletzt starteten die Regierungstruppen im Jemen nach eigenen Angaben eine Angriffswelle gegen die Miliz. Seit der Wiederaufnahme der Kämpfe zwischen der pro-iranischen Huthi-Miliz und den jemenitischen Regierungstruppen im Juli sind nach UN-Angaben bereits mehr als 200.000 Menschen vertrieben worden, fast alle von ihnen seit Anfang September.
G.Machado--PC