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Scharfe Kritik an geplanter Liveübertragung von Hinrichtung in den USA
Scharfe Kritik an geplanter Liveübertragung von Hinrichtung in den USA / Foto: HO - BELL COUNTY SHERIFFS DEPARTMENT/AFP

Scharfe Kritik an geplanter Liveübertragung von Hinrichtung in den USA

Die vom US-Verteidigungsministerium angekündigte Liveübertragung der Exekution eines zum Tode verurteilten Attentäters hat scharfe Kritik ausgelöst. Das UN-Menschenrechtskommissariat bezeichnete die geplante Übertragung der Hinrichtung am Freitag als eine Form von "Folter", der demokratische US-Senator Chris Murphy nannte das Vorhaben des Verteidigungsministeriums "ekelhaft". Die Exekution des seit seinem Anschlag auf einen Rollstuhl angewiesenen US-Armeepsychiaters Nidal Hasan durch ein Erschießungskommando soll am 3. Dezember erfolgen.

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US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte die geplante Liveübertragung von Hasans Hinrichtung am Donnerstag angekündigt. In einem im Onlinedienst X veröffentlichten Video sagte er, Hasan werde von einem "ein Erschießungskommando mit Soldaten" hingerichtet, "und wir werden dafür sorgen, dass die Leute zusehen können, dass es öffentlich ist". Die Menschen müssten begreifen, dass derartige Angriffe "ernste Folgen" hätten.

Ein Pentagon-Mitarbeiter sagte auf Anfrage, die Hinrichtung am 3. Dezember solle live übertragen werden, Details würden noch folgen. Öffentliche Exekutionen sind sonst aus Ländern wie dem Iran, Afghanistan oder Nordkorea bekannt.

"Die Live-Übertragung einer Hinrichtung ist gleichbedeutend mit einer öffentlichen Hinrichtung und würde gegen das absolute Folterverbot verstoßen", erklärte das Büro des UN-Menschenrechtsbeauftragten Volker Türk am Freitag. Unter Berufung auf die UN-Antifolterkonvention hieß es weiter, öffentliche Exekutionen stellten "eine Form von grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Bestrafung" dar.

Der demokratische Senator Murphy aus Connecticut äußerte sich im Sender CNN schockiert. "Ist es das, was aus Amerika geworden ist?", fragte er. Öffentliche Hinrichtungen seien "mittelalterlich". Der republikanische Senator Thom Tillis bezeichnete die geplante öffentliche Erschießung im Onlinedienst X als "mehr als ekelhaft". Dies sei etwas, "was unterdrückerische Diktaturen wie im Iran oder in Afghanistan machen. Es sollte nicht in Amerika geschehen."

Der frühere US-Armeepsychiater Hasan war im Jahr 2013 zum Tode verurteilt worden, weil er auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood 13 Menschen erschossen und rund 30 weitere verletzt hatte. Der muslimische US-Bürger palästinensischer Herkunft feuerte nach eigenen Angaben auf seine Kameraden, weil diese in Afghanistan Krieg gegen andere Muslime führten. Weil er bei seiner Tat an der Wirbelsäule verletzt worden war, ist er seither auf einen Rollstuhl angewiesen.

US-Präsident Donald Trump hatte das Erschießungskommando für Hasan erst zu Wochenbeginn gebilligt. Der Rechtspopulist ist ein Anhänger der Todesstrafe und hatte mehrfach deren Ausweitung gefordert.

Laut Verteidigungsminister Hegseth, der sich selbst "Kriegsminister" nennt, wäre es das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass die USA einen Menschen durch ein Erschießungskommando hinrichten. "Ich mag diese Mentalität, die wir im Zweiten Weltkrieg hatten, die bedeutete, zu gewinnen, zu begreifen, dass man standhaft bleiben muss, wenn der Feind angreift", sagte er.

In den USA wird seit der fehlgeschlagenen Hinrichtung der Todeskandidatin Christa Pike wieder intensiv über die Todesstrafe diskutiert. Die verurteilte Mörderin hatte am Mittwoch vergangener Woche in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee zwei Injektionen mit dem normalerweise tödlichen Mittel Pentobarbital überlebt.

In diesem Jahr wurden in den Vereinigten Staaten bereits 30 Todesurteile vollstreckt. Im vergangenen Jahr waren 47 Menschen hingerichtet worden - die höchste Zahl seit 2009.

L.Torres--PC