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Selenskyj fordert Musk zu Wiederherstellung von Starlink in der Ukraine auf
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den US-Technologieunternehmer Elon Musk aufgefordert, den Satelliten-Kommunikationsdienst Starlink in der Ukraine wiederherzustellen. "Wenn die Angriffe weitergehen und Starlink nicht funktioniert, werden natürlich Menschen sterben", sagte Selenskyj am Mittwoch während eines Besuchs in Großbritannien in einem Interview mit dem britischen Journalisten Piers Morgan. Die Störung des Dienstes sei "ein großer Fehler".
"Ich hoffe wirklich, dass es sich um einen Fehler handelt, vielleicht um ein größeres technisches Problem. Ich weiß es nicht, aber wir fordern, dass der Dienst wiederhergestellt wird", sagte Selenskyj auf die Frage, welche Botschaft er an Musk richten wolle. Ausschnitte aus Morgans Interview des ukrainischen Staatschefs wurden im Internet veröffentlicht.
Das von Musks Unternehmen SpaceX betriebene Satellitennetz spielt eine wichtige Rolle bei der Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte an der Front. In der Nacht zum Mittwoch war Starlink nach Angaben des Technologieberaters des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Serhij Beskrestnow, stark eingeschränkt. Dies habe ukrainische Angriffe scheitern lassen, erklärte Beskrestnow.
Ein hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter warf den USA gegenüber der Nachrichtenagentur AFP vor, die Geschwindigkeit von Starlink gedrosselt zu haben. Warum das System nicht wie gewohnt funktionierte, war zunächst unklar. Der Tech-Multimilliardär Musk hat seine Haltung zur Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 mehrfach geändert.
Selenskyj beklagte bei einem Treffen mit dem britischen Premierminister Andy Burnham in London zudem Schwierigkeiten beim Austausch von Geheimdienstinformationen. Die Ukraine setzte auf "Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten", doch gebe es "einige Schwierigkeiten". Es habe "viele verschiedene Überraschungen gegeben, mit denen man in einer wirklichen Partnerschaft nicht rechnen muss".
Der ranghohe ukrainische Regierungsvertreter hatte zuvor wegen angeblich fehlender Warnungen vor russischen Luftangriffen den USA vorgeworfen, Russland im Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen. Es sei "offensichtlich", dass Russland "aus irgendeinem Grund" geholfen werde, sagte er AFP in Kiew. "Es war bereits zweimal so, dass uns die Amerikaner nicht über den Start russischer Raketen informiert haben, als unser Energiesektor attackiert wurde", kritisierte er.
Ein US-Regierungsvertreter bestritt jedoch, dass Washington seine Haltung zum Austausch von Geheimdienstinformationen geändert habe. Auch die Nato und die EU erklärten, es gebe keine Hinweise auf einen Stopp der US-Geheimdienstinformationen.
Selenskyj bejahte in dem Interview mit Morgan zudem die Frage, ob er sich durch das von US-Präsident Donald Trump am Freitag verkündete Abkommen mit Moskau über russische Diesellieferungen verraten fühle. "Ja, wirklich, unter uns gesagt. Aber es ist etwas komplizierter als nur meine Gefühle", antwortete der ukrainische Präsident.
O.Gaspar--PC