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Kramaric bringt Kroaten auf Kurs - Kanada raus aus der WM
Vize-Weltmeister Kroatien hat sich dank Doppelpacker Andrej Kramaric eine gute Ausgangsposition für das Gruppenfinale verschafft. Die Routiniers vom Balkan schüttelten den 68-Sekunden-Schock durch Bayern-Star Alphonso Davies ab und bezwangen forsche Kanadier, die das erste Tor ihrer WM-Geschichte bejubelten, mit 4:1 (2:1). Ein Remis gegen den ewigen Mitfavoriten Belgien am Donnerstag reicht Luka Modric und Co. zum sicheren Achtelfinaleinzug.
Der Hoffenheimer Kramaric (26., 70.), Marko Livaja (44.) und Lovro Majer (90.+4) drehten die Partie vor 44.374 Zuschauenden im Khalifa-International-Stadion. Kanada, Mitausrichter der WM 2026, verlor trotz des Paukenschlags durch Davies (2.) auch das fünfte Spiel seiner Endrunden-Geschichte und hat als zweites Team nach Gastgeber Katar keine Chance mehr auf das Achtelfinale.
Dem Spiel ging eine kleine Kontroverse der Trainer voraus. Nach Kanadas unglücklicher Auftaktniederlage gegen Belgien (0:1) hatte John Herdman in der Ansprache an seine Mannschaft den Satz "We're going to f*** Croatia" (Wir werden Kroatien f*****) verwendet. Vatreni-Coach Zlatko Dalic erfuhr davon - und war keineswegs erfreut: "Wir respektieren jeden, also erwarten wir auch von unseren Gegnern, dass sie uns respektieren."
Dalics Spieler wiederum hielten zu den Kanadiern zunächst zu viel Respektsabstand. Der wuchtige Kopfball von Davies, der das erste Tor eines Bayern-Spielers und den bislang schnellsten Treffer bei dieser Weltmeisterschaft bedeutete, versetzte den Kroaten nach 68 Sekunden einen heftigen Schock.
Der unterlegene WM-Finalist von 2018 mit den Bundesligaprofis Kramaric, Josko Gvardiol von RB Leipzig und Borna Sosa (VfB Stuttgart) blieb defensiv anfällig. Kanada allerdings agierte im letzten Drittel ungenau. Das sollte sich bald rächen.
Das "goldene Mittelfeld" der Kroaten mit Modric, Marcelo Brozovic und Mateo Kovacic riss nach gut 20 Minuten die Fäden an sich. Nach einer Einzelaktion von Kramaric (26.) zappelte der Ball im Netz, Livaja hatte zuvor allerdings im Abseits gestanden.
Zehn Minuten später beim mittlerweile verdienten Ausgleich durch Kramaric auf Zuspiel von Ivan Perisic war alles in Ordnung. Kroatien hatte nun deutliches Übergewicht, nach dem Weitschusstreffer von Livaja waren die "Karierten" auch beim Ergebnis auf Kurs.
Kanada warf nach dem Seitenwechsel alles nach vorn. Schlussmann Milan Borjan, im heutigen Kroatien geboren, verhinderte in der 54. Minute gegen den freistehenden Kramaric mit einer Glanzparade den Zwei-Tore-Rückstand. Kroatien spielte es aber weiter geduldig runter, aus schwierigerer Position machte Kramaric wenig später alles klar.
M.A.Vaz--PC