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Abramowitsch übergibt Kontrolle über Tuchel-Klub Chelsea an Treuhänder
In der Debatte über Vereinsbesitzer Roman Abramowitsch bei Fußball-Champions-League-Sieger FC Chelsea nach Russlands Einmarsch in die Ukraine hat der russische Oligarch Konsequenzen gezogen. "Ich habe Treuhändern der wohltätigen Stiftung von Chelsea die Verantwortung und Fürsorge für den FC Chelsea übertragen", teilte der milliardenschwere Geschäftsmann am Samstagabend in einer Erklärung auf der Homepage des englischen Klub-Weltmeisters mit.
Offen blieb am Tag vor dem Ligapokal-Finale der Mannschaft von Teammanager Thomas Tuchel am Sonntag im Wembleystadion gegen den FC Liverpool, ob Abramowitsch sich dauerhaft oder nur vorübergehend aus dem operativen Geschäft der Blues zurückzieht. Beim Londoner Klub stehen auch die Nationalspieler Kai Havertz, Antonio Rüdiger und Timo Werner unter Vertrag.
"In meinen fast 20 Jahren als Eigentümer des FC Chelsea habe ich meine Rolle immer als Hüter des Klubs gesehen, dessen Aufgabe es ist, sicherzustellen, dass wir so erfolgreich sind, wie wir es heute sein können, um gleichzeitig für die Zukunft zu planen und ebenso eine positive Rolle in der Gesellschaft zu spielen. Ich habe Entscheidungen immer im besten Interesse des Klubs getroffen. Diesen Werten bleibe ich verpflichtet", erläuterte Abramowitsch seinen Entschluss und stärkte das Vertrauen in die ausgewählten Treuhänder: "Ich glaube, dass sie derzeit am besten in der Lage sind, sich um die Interessen des Vereins, der Spieler, des Personals und der Fans zu kümmern."
Schon vor Abramowitschs Erklärung hatte Tuchel Auswirkungen der Debatte über den Geldgeber auf den Verein eingeräumt. "Wir sollten nicht so tun, als sei dies kein Thema. Die Situation für mich und meine Mitarbeiter, die Spieler ist schrecklich", sagte der deutsche Coach.
Für den Klub bringe es eine große "Unsicherheit", so Tuchel, "viel schlimmer ist es aber für die wirklich betroffenen Menschen. Unsere besten Wünsche, unsere Gedanken sind bei ihnen, das ist das absolut Wichtigste".
Nach der Invasion russischer Truppen in die Ukraine ist im britischen Parlament bereits nicht nur über Chelseas Klub-Besitzer diskutiert worden.
Abramowitsch ist einer von zahlreichen Oligarchen und Firmen, denen Sanktionen drohen. Im Parlament wurde bereits vorgeschlagen, seine Konten einzufrieren und Besitztümer inklusive Chelsea zu beschlagnahmen.
Tuchel war bereits zuvor nicht detaillierter auf die Situation an der Stamford Bridge eingegangen: "Es gibt so viele Ungewissheiten rund um unseren Klub und die Situation in Großbritannien, dass es keinen Sinn macht, wenn ich dies kommentiere." Er räumte allerdings ein, dass die Gesamtsituation "unsere Gedanken" und "Vorfreude auf das Endspiel" verhülle.
A.Santos--PC