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Zwei Elfmeter: Bayern stürzen von der Tabellenspitze
Bayern München hat im Titelrennen nach dem Offensivfeuerwerk von Borussia Dortmund auf kuriose Weise gepatzt und ist krachend von der Tabellenspitze gestürzt. Die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann verlor am Sonntag 1:2 (1:0) bei Bayer Leverkusen, gab eine Führung aus der Hand und liegt in der Tabelle vor dem Ligagipfel in zwei Wochen plötzlich einen Punkt hinter dem BVB.
Dortmund, der einzig verbliebene Herausforderer um die Meisterschaft, hatte am Samstag ein 6:1 gegen den 1. FC Köln vorgelegt. Die Bayern sind erstmals seit dem zwölften Spieltag nicht Tabellenführer.
Die Bayern wackelten in Leverkusen bedenklich. Bevor Joshua Kimmich (22.) die erste Chance zur Führung nutzte, hatte Leverkusen ein deutliches Übergewicht. Mit hohem Pressing ließ das Team des früheren Bayern-Profis Xabi Alonso den Münchnern kaum Zeit und Platz - es haperte zunächst einzig an der Effizienz.
Leverkusen drehte das Spiel durch Exequiel Palacios, der in der 55. und 73. Minute Foulelfmeter verwandelte. Schiedsrichter Tobias Stieler benötigte bei beiden Strafstößen Unterstützung seines Video-Assistenten. Stieler gab in beiden Fällen Amine Adli zunächst Gelb wegen einer vermeintlichen Schwalbe, nahm die Karten aber dann jeweils zurück.
In zwei Wochen kommt es in München zum Duell mit dem BVB, die Länderspielpause dürften Nagelsmann und sein Dortmunder Trainerkollege Edin Terzic nun mit Analysen und Videostudien verbringen.
Leverkusen begann stark und schwungvoll. FCB-Keeper Yann Sommer war aufmerksam bei einer direkt aufs Tor gezogenen Ecke von Kerem Demirbay (10.), dann parierte er gegen Jeremie Frimpong (16.), unmittelbar davor verfehlte Moussa Diaby aus der Distanz knapp (15.).
Wie es besser geht, zeigten die Bayern: Nach einer Flanke von Joao Cancelo legte Leon Goretzka auf Kimmich ab, der aus elf Metern mühelos verwandelte. Der Gegentreffer nahm Leverkusen etwas den Schwung und die Überzeugung der Anfangsphase, beide Teams neutralisierten sich weitgehend.
Thomas Müller und Sadio Mane, die im Wechsel versuchten, den verletzten Torjäger Eric Maxim Choupo-Moting zu ersetzen, hatten kaum Bindung zum Spiel. Entsprechend nahm Nagelsmann das glücklose Duo und Cancelo nach der Pause vom Platz, dafür kamen vor den Augen von Bundestrainer Hansi Flick nun Kingsley Coman, Jamal Musiala und Serge Gnabry.
Doch auch mit den drei Neuen übernahmen die Bayern nicht die Kontrolle. Nach einem Tritt von Benjamin Pavard auf Adlis Fuß gab Schiedsrichter Tobias Stieler nach Sichtung der Videobilder einen Elfmeter, den Palacios souverän verwandelte.
Die Bayern erhöhten nun den Druck und investierten mehr, nach einem überragenden Solo und Doppelpass mit Gnabry verzog Musiala knapp (68.). Doch wieder leisteten sie sich einen Patzer: Dayot Upamecano traf Adli, wieder gab es erst Gelb, dann Elfmeter - und wieder traf Palacios.
P.Queiroz--PC