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Zentraleres Olympia-Konzept des DOSB: "Passen Pläne an"
Der Deutsche Olympische Sportbund rückt im Werben um Olympische Spiele von seinem ursprünglichen Konzept ab. "Wir wissen vom IOC, dass der Großteil der Athletinnen und Athleten in einem olympischen Dorf unterkommen und sich dort begegnen können soll, das sogenannte 'One Village'-Konzept. Wir priorisieren jetzt also Konzepte mit einem zentralen olympischen Dorf", sagte DOSB-Präsident Thomas Weikert im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. "Wir passen die Pläne an neue Rahmenbedingungen an und setzen neue Prioritäten", erklärte er.
Die bisherige Idee sah vor, sich mit zwei Städten bzw. Regionen beim Internationalen Olympischen Komitee zu bewerben. Der Kurswechsel sei "mit den Bewerbern besprochen". Es werde "kleinere Satelliten" geben, betonte der 63-Jährige. Auch bei den zentralen Spielen in Paris im vergangenen Sommer wurden etwa die Segelwettbewerbe vor Marseille ausgetragen, gesurft wurde auf Tahiti.
Bei der DOSB-Mitgliederversammlung am Samstag in Saarbrücken stimmen die Delegierten noch nicht darüber ab, welchen Kandidaten eine deutsche Bewerbung beim IOC ins Rennen schickt, dies war bei der MV im vergangenen Jahr in Frankfurt noch so vorgesehen gewesen. Stattdessen wird in der Multifunktionshalle des Sportcampus Saar nun votiert, ob der DOSB die Aufnahme in den sogenannten kontinuierlichen Dialog beim IOC beantragt. Bei einem erwarteten Ja soll die DOSB-Mitgliederversammlung Ende 2025 dann "über mindestens ein finales Bewerbungskonzept entscheiden".
Überhaupt hat sich die Ausgangslage geändert, seit sich das Kabinett von Bundeskanzler Olaf Scholz während der Spiele von Paris verbindlich zu den deutschen Olympiaplänen bekannte. Die damalige Regierung machte im vergangenen Sommer deutlich, eine Bewerbung um Sommerspiele 2040 zu bevorzugen und mit der Jahreszahl 2036 - 100 Jahre nach den Nazi-Spielen von Berlin - lieber vorsichtig zu sein. Der DOSB wollte auch die Option 2036 nicht ausschließen, Weikert bekräftigte dies nun: "Viele sagen uns, dass wir beides tun sollten, also eine Bewerbung für 2036 und 2040 auf den Weg bringen. Es spricht einiges dafür."
Der DOSB-Präsident verweist auf die Rückendeckung der Politik, auch wenn sich nach den Bundestagswahlen am 23. Februar erst eine neue Regierungskoalition bilden muss. Er habe "auch bereits Gespräche mit der CDU-Spitze geführt", sagte Weikert. Er habe "den Eindruck, dass sie voll hinter einer Olympiabewerbung steht und uns unterstützen würde in vollem Umfang, mit allem, was gefordert ist."
Ein Regierungswechsel würde sich aus seiner Sicht auf die deutschen Bewerbungsambitionen "nicht negativ auswirken, eher positiv", sagte der frühere Präsident des Tischtennis-Weltverbandes.
G.Machado--PC