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Nach Traumstart abgestürzt: DEB-Team gegen Schweiz chancenlos
Revanche missglückt, Siegesserie gerissen: Nach ihrem perfekten WM-Start ist die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft gegen den Vizeweltmeister Schweiz böse abgestürzt. Mit 1:5 (0:0, 0:4, 1:1) im Klassiker kassierte das Team von Bundestrainer Harold Kreis nicht nur im vierten Spiel die erste Niederlage, sondern auch die höchste bei einer Weltmeisterschaft gegen den Erzrivalen seit 20 Jahren. Dennoch stehen die Chancen auf das Viertelfinale weiter gut.
Vor 5391 Zuschauern in Herning brach die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), die vor einem Jahr bereits im Viertelfinale an der Schweiz gescheitert war, im zweiten Drittel ein. Damit setzte sich eine lange Pleitenserie fort: Damien Riat (25.), Sven Andrighetto (26./34./35./49.) schossen die Eidgenossen zum siebten Sieg in Folge seit 2002 in einem WM-Gruppenspiel gegen Deutschland. Der Mannheimer Marc Michaelis erzielte den Ehrentreffer (59.).
Höher verlor das deutsche Team bei einer WM gegen den Nachbarn nur 1937 - mit 0:6. 2005 hatte es ebenfalls ein 1:5 gegeben. Auch der Schweiz-Experte im Tor konnte die "Nati" nicht stoppen: Nach seinen Siegen in den Viertelfinals 2021 und 2023 ging Goalie Mathias Niederberger erstmals als Verlierer in einem WM-Spiel gegen die Eidgenossen vom Eis.
Im nächsten Spiel am Samstag (12.20 Uhr/Pro7 und MagentaSport) warten die USA, die restlichen Vorrundengegner sind Weltmeister Tschechien und Gastgeber Dänemark. Ein Sieg würde aller Voraussicht nach zum Weiterkommen reichen.
Die Schweiz, die nach dreimal Silber in den letzten zwölf Jahren endlich Gold gewinnen will, zog damit in der Tabelle der Gruppe B an der DEB-Auswahl vorbei. Weltrekordler Andres Ambühl, der seine 145. Partie bei seiner 20. WM und sein 345. Länderspiel insgesamt bestritt, kam bei der "Nati" nur sporadisch zum Einsatz.
Für den verletzt ausgeschiedenen NHL-Stürmer Lukas Reichel kehrte Leo Pföderl ins Team zurück. Der Berliner, Spieler des Jahres in der DEL und neuer Play-off-Rekordtorjäger, hatte nach schwachem Turnierstart beim 5:2 gegen Norwegen eine Pause erhalten. Sein Eisbären-Teamkollege Manuel Wiederer kam zu seinem ersten WM-Einsatz in Herning, dafür musste der Ingolstädter Leon Hüttl auf die Tribüne.
Im Tor setzte Kreis auf Niederberger, der die DEB-Auswahl mit herausragenden Leistungen 2021 und 2023 ins Halbfinale geführt hatte. NHL-Goalie Philipp Grubauer, bislang in starker Form, hatte 2022 in der Vorrunde und im vergangenen Jahr im Viertelfinale jeweils gegen die Eidgenossen verloren.
Niederbergers Vorderleute begannen unkonzentriert: Kapitän Moritz Seider verlor vor dem eigenen Tor den Puck, Fabio Wagner kassierte schon nach 98 Sekunden die erste Strafzeit. Es dauerte bis zur siebten Minute, bis die DEB-Auswahl ihren ersten Torschuss abgab - dann aber kam sie besser ins Spiel. Noch im ersten Drittel wurde es erstmals handgreiflich.
"Wir wissen, dass wir zu unseren Chancen kommen. Scheiben in die Ecken, Forecheck, Forecheck und dann überrollen wir sie irgendwann", meinte Seider in der ersten Pause. Doch es kam anders: Nach einer Niederberger-Parade staubte Riat zur Schweizer Führung ab. 84 Sekunden später erhöhte Andrighetto. Das vermeintliche 0:3 durch Michael Fora wurde nach Videobeweis wegen Abseits aberkannt.
Die zweite Challenge von Kreis allerdings brachte keinen Erfolg: Der zweite Treffer von Andrighetto zählte. In der darauf folgenden Überzahl traf der Züricher erneut. Kurz vor Schluss gelang Michaelis zumindest der Ehrentreffer.
E.Borba--PC