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Rekordmann Atubolu glänzt: "Mein bestes U21-Spiel"
Auf eine große Party hatte Rekordmann Noah Atubolu nach dem Einzug ins EM-Finale keine Lust. Noch nicht. "Wir sind noch nicht fertig. Wir haben noch ein großes Ziel, es geht noch weiter", sagte der Torhüter der deutschen U21 nach dem 3:0 (2:0) gegen Frankreich, bei dem er selbst zum gefeierten Hauptdarsteller wurde.
Denn zum einen löste der Schlussmann des SC Freiburg mit seinem 21. Einsatz keinen Geringeren als Manuel Neuer als Rekordtorhüter der deutschen U21 ab. Und zum anderen zeigte der 23-Jährige in Kosice eine Glanzparade nach der anderen. "Das war mein wichtigstes und bestes U21-Spiel", sagte Atubolu bei Sat.1. In Erinnerung bleibt vor allem seine sensationelle Reaktion bei einem Flugkopfball von Thierno Barry (68.).
Atubolu hatte im März 2022 erstmals das Trikot der U21 getragen, schon bei der EM 2023 stand er im Tor. "Noah spielt eine überragende Europameisterschaft", sagte DFB-Trainer Antonio Di Salvo: "Wir haben ihn schon vor drei Jahren dazugeholt, weil wir wussten, dass er ein Top-Torhüter ist, ein Talent. Ich habe davon keine Ahnung, aber die Torhüter-Trainer haben gesagt, nimm ihn dazu. Und deswegen hat er es verdient, so viele Spiele zu spielen."
Einmal noch wird Atubolu das Tor der U21 hüten, das Finale am Samstag gegen England (21.00 Uhr/Sat.1) wird für den Großteil der Mannschaft der letzte Einsatz im wichtigsten deutschen U-Team. Und das Ziel ist klar. "Jetzt wollen wir auch den Titel", sagte Atubolu.
Fehlen wird dann dessen Freiburger Klubkollege Max Rosenfelder, der Abwehrchef musste schon früh verletzt ausgewechselt werden. Nach dem Schlusspfiff standen Rosenfelder die Tränen in den Augen. "Er hat direkt gespürt, dass da irgendwas passiert ist. Es tut uns für Max sehr, sehr leid. Jetzt müssen wir versuchen, das Ding für Max zu holen", sagte Di Salvo.
Schon in der Vorrunde war Deutschland auf England getroffen, trotz Komplett-Rotation gewann das DFB-Team 2:1. Für Di Salvo hat diese Begegnung aber keine Aussagekraft mehr. "Für das Spiel in der Vorrunde können wir uns nichts kaufen. Aber wir können mit sehr viel Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein in das Finale gehen, und das tun wir", sagte der DFB-Trainer.
Di Salvo kann schon zum vierten Mal Europameister werden, aber zum ersten Mal als Chef. 2014 hatte er als Co-Trainer von Marcus Sorg mit der U19 den Titel geholt, 2017 und 2021 als Assistent von Stefan Kuntz mit der U21. "Es ist anders als Cheftrainer. Da hält man den Kopf hin, muss Entscheidungen treffen. Und deswegen fühlt sich das gut an", sagte der 46-Jährige bei Sat.1.
Vor der EM hatte der DFB den Vertrag mit Di Salvo bis zum 31. Juli 2027 verlängert. Eine gute Entscheidung, wie Andreas Rettig am Mittwoch noch einmal bekräftigte. "Wir waren von Toni überzeugt und sind es noch immer", so der DFB-Geschäftsführer.
M.A.Vaz--PC