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Villa zu stark: Freiburgs Europa-League-Traum geplatzt
Aus der Traum: Das Europapokal-Märchen des SC Freiburg bleibt ohne Happy End. Die Breisgauer verloren das Finale der Europa League gegen Favorit Aston Villa mit 0:3 (0:2) und verpassten den ersten großen Titel der Vereinsgeschichte. Youri Tielemans (41.) und Emiliano Buendia (45.+3) mit zwei wunderschönen Toren sowie Morgan Rogers (58.) ließen in Istanbul die Hoffnungen des Sport-Clubs platzen, die ersehnte magische Nacht blieb aus.
Dabei hielt der Bundesligist zunächst gut mit, geriet durch zwei starke Aktionen des Favoriten aber ins Hintertreffen - und erholte sich davon nicht mehr. In einem stimmungsvollen Endspiel verpasste der Sport-Club auch den erstmaligen Einzug in die Champions League, den der Titel bedeutet hätte. Stattdessen geht es nach Platz sieben in der Bundesliga in die Conference League.
Villas Trainer Unai Emery stieg mit seinem fünften Titelgewinn in die Riege der ganz Großen auf: Fünf Europapokalsiege gelangen zuvor nur Giovanni Trapattoni, Carlo Ancelotti und José Mourinho. Der Klub aus Birmingham feierte seinen ersten Europa-League-Sieg und den ersten im Europacup seit 1982, damals im Endspiel gegen Bayern München.
Auf der Tribüne unterstützte Edelfan Prinz William seinen Herzensverein Aston Villa, dem SC Freiburg drückte dafür die geballte deutsche Fußball-Prominenz die Daumen. Bundestrainer Julian Nagelsmann, DFB-Präsident Bernd Neuendorf und die DFL-Spitze um Hans-Joachim Watzke, Marc Lenz sowie Steffen Merkel reisten in die türkische Metropole. Auch die Klubikonen Christian Streich und Joachim Löw waren natürlich vor Ort dabei. Auf der Tribüne gaben 11.000 mitgereiste Freiburger den Ton an.
Bereits ab dem frühen Nachmittag hatten sich die Anhänger in der Stadt eingestimmt, fuhren unter anderem mit Partybooten über den Bosporus und sangen in den Kneipen der engen Gassen im Stadtteil Besiktas ihre Fanlieder. "Wir werden auch für sie alles geben", kündigte Kapitän Christian Günter an: "Es wird ein besonderer Tag für uns und den Verein. Wir freuen uns einfach und wollen am Schluss das Ding in die Höhe halten."
Spielerisch wollte sich der "kleine" Sport-Club im ersten Duell überhaupt mit dem Klub aus England keineswegs verstecken. "Wir wollen gut reinkommen und unser Spiel bringen", sagte Abwehrchef Matthias Ginter vor der Partie bei RTL, hob aber auch die Stärke des Gegners hervor.
Die Freiburger setzten ihren Plan um, versteckten sich nicht und kamen durch einen Kopfball von Igor Matanović nach wenigen Sekunden zum Abschluss. Doch auch Villa ließ seine Gefahr gleich aufblitzen, Ollie Watkins prüfte mit einem wuchtigen Schuss nach 123 Sekunden SC-Keeper Noah Atubolu. Auch beim Distanzschuss von Rogers (10.) fehlte nicht viel - die Villans kamen besser ins Spiel.
Die Freiburger begannen nervös und mit einigen einfachen Fehlern, fanden dann aber über Standards hinein. Nicolas Höfler, der sein letztes Spiel als Profi bestritt, schoss nach einem Freistoß knapp vorbei (17.). Freiburg bekam seine Nerven langsam aber sicher in den Griff, beide Teams spielten sich lange keine Torraumszenen mehr heraus. Viele Unterbrechungen durch Fouls trugen dazu bei. Ein zu unplatzierter Schuss von Freiburgs Johan Manzambi (34.) stach noch heraus.
Der Bundesligist warf sich in jeden Abschluss der Engländer - und war kurz vor der Pause machtlos. Nach einer kurzen Eckenvariante flankte Rogers auf Tielemans, der mit einer perfekten Direktabnahme traf. Als Freiburg sich in die Halbzeitpause zittern wollte, schlenzte Buendia den Ball perfekt ins lange Eck.
Nach der Pause überließ Villa den Freiburgern zunächst das Spiel - doch ein schneller Angriff reichte, um das Spiel zu entscheiden. Buendia flankte flach auf den ersten Pfosten, Rogers entwischte dem schwachen Philipp Lienhart und spitzelte den Ball in die kurze Ecke. Der Wille des SC war gebrochen.
G.Teles--PC