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Nächstes Märchen, neuer Held: Kap Verde schockt auch Uruguay
Das Märchen geht weiter: Der neue Volksheld Helio Varela hat Kap Verde sensationell noch zum nächsten WM-Punkt geführt. Dank des gerade erst eingewechselten Angreifers und einem erneut leidenschaftlichen Auftritt haben die Fußball-Zwerge auch Uruguay geärgert und können nach dem 2:2 (1:2) weiter von der ganz großen Sensation träumen - dem Einzug in die K.o.-Runde.
Varela (61.) glich mit seiner ersten Aktion nur drei Minuten nach seiner Einwechslung für die "Blauen Haie" aus. Zuvor sah Uruguay nach den Treffern von Maxi Araujo (44.) und Agustin Canobbio (45.+6) schon wie der Sieger aus, nachdem Kevin Pina (21.) den ersten WM-Treffer für die Kapverdier erzielt hatte.
Der Underdog versuchte wieder alles, mit Herz und Leidenschaft schmissen sich die Spieler in jeden Zweikampf - und sie wurden durch Schlitzohr Varela belohnt. Der 24-Jährige lauerte bei seinem Treffer clever auf ein Missverständnis bei den Uruguayern. Damit haben die Kap Verde neben Torwart Vozinha, der mit seinen Paraden schon zum Auftakt Europameister Spanien (0:0) genervt hatte und diesmal von seiner extra angereisten Mutter live im Stadion unterstützt wurde, einen weiteren Helden bei diesem Turnier hervorgebracht.
Kap Verde und Uruguay steuern damit in Gruppe H auf ein Herzschlagfinale zu, hinter Spanien (4) haben beide Teams jeweils zwei Punkte auf dem Konto. Kap Verde trifft zum Abschluss der Gruppenphase in der Nacht zu Samstag auf Saudi-Arabien, Uruguay bekommt es parallel mit Lamine Yamal und Co. zu tun.
Nach dem sensationellen Auftritt gegen Spanien legten die Kapverdier gleich wieder einen sehr selbstbewussten Auftritt hin, der Außenseiter versteckte sich keinesfalls und versuchte über schnelle Konter gefährlich zu werden.
Als Schiedsrichter Espen Eskas (Norwegen) dem Underdog dann Mitte der ersten Halbzeit einen Freistoß zusprach, fasste sich Pina aus rund 30 Metern ein Herz. Der 29-Jährige zog einfach ab - und traf tatsächlich zum allerersten WM-Tor für die kleine afrikanische Inselgruppe. Allerdings sah Fernando Muslera im Tor von Uruguay bei dem Treffer auch alles andere als gut aus. Doch den Fans der Kap Verde war das herzlich egal, der Jubel kannte keine Grenzen. Auch Vozinhas Mutter hüpfte auf der Tribüne auf und ab.
Jubelte Kap Verde zu lange? Weckte der Schock Uruguay auf? Jedenfalls kam das Team angeführt von Kapitän Federico Valverde (Real Madrid) nach dem Rückstand plötzlich besser in die Partie. Araujo nutzte die zwischenzeitliche Unordnung in der Abwehr der Kap Verden nach einer Flanke aus dem Halbfeld, die Sidny Lopes Cabral an den eigenen Pfosten lenkte, aus kurzer Distanz per Kopf aus.
Kurz danach war es wiederum Araujo, der per Kopf auf Canobbio ablegte - und der Mittelfeldspieler von Fluminense aus Rio hatte keine Mühen aus kurzer Distanz ins Herz der Kapverdier zu vollstrecken.
Doch der Underdog erholte sich tatsächlich noch einmal von dem Rückschlag, nach dem Ausgleich von Varela spielte Kap Verde tatsächlich auf Sieg. Doch auch Uruguay gab sich in einer spannenden Schlussphase nicht geschlagen.
C.Cassis--PC