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Falkland-Transparent bei WM: Britischer Minister fordert Fifa-Ermittlungen gegen Argentinien
Die britische Regierung hat den Fußballweltverband Fifa zu Ermittlungen gegen die argentinische Nationalmannschaft wegen eines Transparents zu den Falkland-Inseln aufgefordert. Wirtschaftsminister Peter Kyle sprach am Donnerstag von einem "eklatanten Verstoß" gegen das Verbot politischer Botschaften auf dem Spielfeld. Das Büro von Premierminister Keir Starmer unterstützte die Forderung. Argentiniens Rechtsaußen-Präsident Javier Milei stellte sich hingegen hinter die argentinische Nationalmannschaft.
"Die Weltmeisterschaft gehört vielleicht nicht uns, aber die Falkland-Inseln ganz sicher", erklärte eine Regierungssprecherin in London. Wirtschaftsminister Kyle forderte die Fifa auf, den Vorfall "gründlich" zu untersuchen. Der Weltverband äußerte sich zunächst nicht.
Argentinische Spieler hatten nach ihrem 2:1-Sieg gegen England im WM-Halbfinale am Mittwoch in Atlanta ein Transparent mit der Aufschrift "Las Malvinas son argentinas" ("Die Malwinen sind argentinisch") gezeigt. Politische Botschaften von Spielern und Offiziellen sind nach den Fifa-Regeln verboten.
Die Falkland-Inseln sind britisches Überseegebiet, werden aber von Argentinien beansprucht. In Argentinien werden sie als "Malvinas", zu Deutsch Malwinen, bezeichnet. 1982 besetzte die damalige argentinische Militärjunta die Inselgruppe. Großbritannien eroberte sie nach einem kurzen Krieg zurück. Dabei wurden 649 Argentinier, 255 Briten und drei Inselbewohner getötet.
Milei nahm die Fußballer am Donnerstag in Schutz. "Das ist ein Gefühl, das alle Argentinier teilen, und es ist absolut legitim und zulässig, dass sie (die Spieler) sich ausdrücken wollen", sagte er im Radiosender El Observador. Zugleich betonte Milei, ein Fußballspiel sei nicht mehr als ein Fußballspiel. "Die Malwinen sind argentinisch, wir werden sie zurückgewinnen, und wir werden es mit diplomatischen Mitteln tun."
Bereits vor dem Halbfinale hatte Argentiniens Vizepräsidentin Victoria Villarruel die Engländer mit Blick auf den Territorialstreit als "Piraten" bezeichnet. Trainer Lionel Scaloni und Präsident Milei hatten dagegen betont, die Partie solle nicht mit Politik vermischt werden.
Nach dem Spiel verschärfte ein weiterer diplomatischer Streit die Spannungen. Argentiniens Außenminister Pablo Quirno erklärte, Buenos Aires habe wegen der Durchfahrt des britischen Kriegsschiffs "HMS Medway" nahe den Inseln eine formelle Protestnote eingereicht. London habe mit der Passage argentinische Hoheitsrechte verletzt. Das Schiff ist auf den Falkland-Inseln stationiert.
S.Pimentel--PC