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CONCACAF fordert "Aufarbeitung" von Infantinos Führung
Der Kontinentalverband CONCACAF hat mit unverblümter Kritik den Druck auf FIFA-Präsident Gianni Infantino weiter erhöht. Die Idee eines Verkaufs von WM-Anteilen sei "das Symptom einer Führung, für die der Fußball nicht mehr an erster Stelle steht", teilte der Verband für Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik am Samstag mit. Eine "umfassende Aufarbeitung dieser Präsidentschaft" sei zwingend erforderlich, hieß es weiter.
Der Name Infantino fiel in dem Statement nicht, doch die Botschaft war eindeutig. Die Zukunft der WM sei in den vergangenen Tagen "ohne Transparenz, ohne Konsultation und ohne Einhaltung ordnungsgemäßer Verfahren" verhandelt worden: "Dieser jüngste einseitige und eklatante Akt schlechter Führung und mangelhafter Governance reiht sich in eine Kette von Fehltritten und ähnlichen Verhaltensweisen ein."
Infantino hatte nach massiver Kritik die Notbremse gezogen und seine Pläne aufgegeben. Die CONCACAF gab sich damit aber nicht zufrieden. Ihre Vertreter im FIFA-Council würden sich nun dafür einsetzen, in den entsprechenden Gremien "Fragen der Rechenschaftspflicht und der Führung" zu stellen.
Die 41 Mitglieder der CONCACAF hoben in ihrem Statement zudem die Rolle der Presse hervor. Diese hätte "dazu beigetragen, dieses Thema aus dem Schatten ans Licht zu bringen", hieß es. Auch das war eine klare Botschaft in Richtung Infantino, der zuvor Medien eine fehlerhafte Berichterstattung vorgeworfen hatte.
Die Mitteilung schloss mit dem Hinweis, dass sich am Ende die Geschlossenheit durchgesetzt habe. "Wenn Mut, Integrität und gute Verbandsführung den Weg weisen, bleibt das Spiel dort, wo es hingehört - in den Händen des Fußballs und nicht in denen einer einzelnen Person."
Infantino hatte in einem Alleingang angeregt, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren zu verkaufen. Medienberichten zufolge hatte Infantino den Mitgliedsverbänden eine Zustimmungsfrist bis zum 19. September gesetzt, die Verbände sollten mit hohen Summen und der Aussicht auf eine nochmals erweiterte WM geködert werden. Eine einfache Mehrheit hätte ausgereicht, um das Vorhaben umzusetzen.
E.Paulino--PC