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Uefa und zwei weitere Fußballdachverbände erhöhen mit Brief Druck auf Infantino
Mit einem gemeinsamen öffentlichen Brief haben die Fußballdachverbände der Regionen Europa, Nord- und Mittelamerika und Asien den Druck auf den Chef des Weltverbands Fifa, Gianni Infantino, erhöht. Der Fußball gehöre "keinem Einzelnen", erklärten die Präsidenten der Uefa, der Concacaf und der ACF in dem am Montag verbreiteten Schreiben "an die Fußballfamilie". Infantino nannten sie dabei nicht namentlich.
Infantino steht seit seinem Plan, Anteile an der Fußball-Weltmeisterschaft und anderen Turnieren an Investoren zu veräußern, massiv unter Druck. Zwar verzichtete Infantino jüngst angesichts eines Sturms der Entrüstung auf das Vorhaben. Dennoch entzog der europäische Fußballverband Uefa dem Fifa-Chef offiziell das Vertrauen.
Die Fifa verteidigte Infantino am Wochenende in einer Erklärung und und warf Kritikern Desinformation vor. Bereits nach einer Krisensitzung in Marokko hatte die Fifa-Spitze Infantino am Mittwoch volle Rückendeckung gegeben. Infantino sei der "einzige Amtsträger, der von den 211 Fifa-Mitgliedsverbänden gewählt wurde". Die Fifa werde "keinerlei Angriffe auf ihre Integrität dulden" und "alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um ihren Ruf zu verteidigen".
Die Präsidenten von Uefa, Concacaf und ACF, Aleksander Ceferin, Victor Montagliani und Salman bin Ibrahim Al Chalifa, erklärten nun, die Fifa stelle die Vorgänge als "Kommunikationsversagen" dar, dabei handele es sich um ein "Versagen des Urteilsvermögens". Es gebe einen "grundlegenden Vertrauensbruch gegenüber den Institutionen, denen die Fifa eigentlich zu dienen hat".
Weiter kritisierten die Präsidenten von Uefa, Concacaf und ACF: "Es herrscht Schweigen, wo es Verantwortlichkeit geben sollte, Distanz, wo Transparenz herrschen müsste. Das sind nicht die Eigenschaften, die der Fußball in seiner Führung verdient." Sie fügten hinzu: "Wenn Vertrauen durch Täuschung gebrochen wird, wenn ein Einzelner sich über das Kollektiv stellt, das ihm die Macht anvertraut hat", dann werde die Pflicht des "Dienstes an der Fußballfamilie" aufgegeben.
Infantinos Investoren-Plan, der den derzeitigen Tumult im Weltfußball ausgelöst hatte, sah die Gründung einer kommerziellen Tochtergesellschaft namens Fifa Forward Enterprise (FFE) vor. Sie sollte Wettbewerbe wie die Weltmeisterschaft und die Klub-WM vermarkten. Private Investoren hätten bis zu 20 Prozent der Anteile übernehmen können.
Auf Grundlage einer Bewertung von 20 Milliarden Dollar (17,3 Milliarden Euro) wollte die Fifa bis zu 4,2 Milliarden Dollar einnehmen. Infantino stellte zugleich allen 221 Fifa-Mitgliedern eine Einmalzahlung in Höhe von 20 Millionen Dollar und weitere Fördermittel in Aussicht.
Nach Bekanntwerden dieser Pläne brach ein Sturm der Entrüstung los, es war unter anderem von einem "Ausverkauf" der Seele des Fußballs die Rede. Die Uefa und andere Kontinentalverbände drohten mit einem WM-Boykott.
T.Batista--PC