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Pressekonferenzen der DFB-Elf in Katar finden künftig vor "One Love"-Logo statt
Nach dem Verbot der "One Love"-Kapitänsbinde bei der Fußball-WM in Katar ist das Symbol in Regenbogenfarben künftig zumindest bei den Pressekonferenzen der deutschen Nationalspieler zu sehen. Nach dem Rückzug des Sponsors Rewe hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) das Logo des Handelskonzerns auf seiner Werbetafel im WM-Medienzentrum am Freitag durch das "One Love"-Zeichen ersetzt. Bei Pressekonferenzen und offiziellen Mediengesprächen soll das Logo nun stets im Hintergrund zu sehen sein.
"Der DFB hat durch die Entscheidung eines Partners, sechs Wochen vor dem eigentlichen Vertragsende auf Werbemittel zu verzichten, die Chance erhalten, auch im Rahmen der fast täglichen Pressekonferenzen in Katar mit der 'One-Love'-Botschaft seine Haltung auszudrücken", teilte der DFB dem Sport-Informations-Dienst (SID) mit.
Rewe hatte nach dem umstrittenen WM-Verbot für die "One Love"-Kapitänsbinde durch den Weltfußballverband Fifa am Dienstag die Zusammenarbeit mit dem DFB vorzeitig beendet. Konzernchef Lionel Souque erklärte, die "skandalöse Haltung der Fifa" sei für ihn als Chef eines vielfältigen Unternehmens und als Fußballfan "absolut nicht akzeptabel".
Die Fifa hatte mit Sanktionen gegen Spieler gedroht, die bei der WM in Katar mit einer "One Love"-Armbinde auflaufen. Sieben europäische Fußballverbände, darunter der DFB, verzichteten deshalb auf die geplante Armbinde, die für Vielfalt und Toleranz steht.
Aus Protest gegen die Entscheidung der Fifa hielten sich die Spieler der DFB-Elf vor dem WM-Spiel gegen Japan am Mittwoch beim Mannschaftsfoto den Mund zu, während Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) auf der Tribüne die "One Love"-Binde trug. Sie hatte das Verbot bei ihrem Besuch in Doha zuvor einen "großen Fehler" genannt.
Die Armbinden gelten auch als Protest gegen die Gesetze des WM-Gastgebers Katar, der unter anderem Homosexualität unter Strafe stellt.
A.Silveira--PC