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KI-Euphorie: Nvidia als erster Konzern weltweit fünf Billionen Dollar wert
Als erstes Unternehmen weltweit hat der US-Technologiekonzern Nvidia einen Börsenwert von fünf Billionen Dollar (rund 4,3 Billionen Euro) erreicht. In New York stieg der Aktienkurs von Nvidia am Mittwoch zwischenzeitlich um 4,91 Prozent auf 210,90 Dollar pro Aktie, was einer Marktkapitalisierung von mehr als 5,1 Billionen Dollar entspricht. Hintergrund ist die Euphorie über Künstliche Intelligenz (KI), die seit Wochen für immer neue Rekordstände an der Wall Street sorgt.
Zur Einordnung: Der aktuelle Börsenwert von Nvidia entspricht in etwa der deutschen Wirtschaftsleistung, die sich im vergangenen Jahr ebenfalls auf rund 4,3 Billionen Euro belief. Die Marktkapitalisierung des Chipherstellers ist damit größer als die anderer wichtiger US-Unternehmen wie Tesla, Meta (Facebook und Instagram) sowie Netflix zusammengenommen.
Nvidia bleibe mit seinem Wachstumspotenzial "der Optimismus-Motor der Investoren", kommentierte dies der Experte Sam Stovall von der Investmentforschungsgesellschaft CFRA. Allein seit Jahresbeginn legte der Aktienkurs des Unternehmens um fast 60 Prozent zu. Nvidia scheine "jeden Tag riesige Verträge anzukündigen", erklärte Analyst Art Hogan vom Investmentberater B. Riley Wealth Management.
Nvidia ist mit Abstand der größte Hersteller sogenannter GPU-Chips, die als unverzichtbar für die Entwicklung generativer Künstlicher Intelligenz gelten. Der Konzern mit Hauptsitz im kalifornischen Santa Clara hatte sich nach seiner Gründung 1993 zunächst auf 3D-Grafikkarten etwa für Videospiele spezialisiert, passte sich dann aber schneller als viele Konkurrenten den technischen Entwicklungen an.
In diesem Jahr präsentierte das Unternehmen unter Konzernchef Jensen Huang Investitionen und Aufträge wie am Fließband: Nvidia kündigte erst am Dienstag eine Partnerschaft mit dem Fahrdienstleister Uber und Autobauern wie Mercedes-Benz für den Einsatz von 100.000 selbstfahrenden Taxis an. Dafür liefert der Konzern die KI-Infrastruktur.
Zuvor hatte Nvidia Milliardeninvestitionen in den Chatbot-Entwickler OpenAI angekündigt sowie einen Einstieg bei dem angeschlagenen Rivalen Intel, und zuletzt auch beim finnischen Telekommunikationsausrüster Nokia. Der Trend dürfte sich fortsetzen: Das US-Beratungsunternehmen Gartner sagt voraus, dass die weltweiten Investitionen in Künstliche Intelligenz bis zum kommenden Jahr auf mehr als zwei Billionen Dollar ansteigen könnten.
Zusätzlich angetrieben wurde die Börseneuphorie am Mittwoch zudem durch Erwartungen, US-Präsident Donald Trump werde am Donnerstag bei seinem Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping einen "Deal" zugunsten von Nvidia erreichen. Der Konzern hofft auf eine Genehmigung für den Verkauf seiner Hochleistungschips auf dem chinesischen Markt. Derzeit werden die Nvidia-Chips unter anderem wegen US-Sicherheitsbedenken und dem Handelskonflikt mit Peking nicht in der Volksrepublik verkauft. Als Reaktion darauf hat China den Ausbau seiner eigenen Halbleiterindustrie beschleunigt.
Manche Börsenexperten warnen inmitten der Euphorie allerdings bereits vor dem möglichen Platzen einer "KI-Blase". Die Bewertungen für KI-Unternehmen seien "sehr hoch", und "die Aktien könnten daher anfällig für jede schlechte Nachricht sein", sagte Stovall.
J.Oliveira--PC