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Französischer Astronaut Pesquet soll für US-Unternehmen Vast zur ISS fliegen
Der französische Astronaut Thomas Pesquet soll als erster Europäer das Kommando einer US-Mission zur Internationalen Raumstation ISS übernehmen. "In 65 Jahren bemannter Raumfahrt hat es noch nie einen Nicht-Amerikaner am Steuer eines US-Raumschiffs gegeben. Das ist ein Vertrauensbeweis der Nasa", sagte Pesquet am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Der 48-Jährige soll 2027 im Auftrag des kalifornischen Unternehmens Vast zur ISS aufbrechen.
"Das bekräftigt unseren Ehrgeiz mit Blick auf die Raumfahrt", erklärte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im Onlinedienst X. Pesquet war bereits zwei Mal jeweils mehr als sechs Monate auf der ISS. Der Einsatz im kommenden Jahr werde in Zusammenarbeit mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa geplant und dauere nur etwa zwei Wochen, teilte Vast mit.
"Es ist eine gute Gelegenheit, den wissenschaftlichen Ertrag der ISS bis zu ihrem geplanten Ende 2030 voll auszuschöpfen", sagte Pesquet. Sein persönliches Ziel bleibe weiterhin der nächste bemannte Flug zum Mond. Damit sei aber frühestens 2029 zu rechnen.
Neben Pesquet soll ein weiterer französischer Astronaut, Arnaud Prost, 2027 für Vast ins All fliegen - und zwar auf die erste kommerzielle Raumstation Haven-1, die das US-Unternehmen derzeit entwickelt. Das in Kalifornien ansässige Unternehmen Vast, das 2021 von dem Kryptomilliardär Jed McCaleb gegründet wurde, will langfristig die ISS mit einer neuen kommerziellen Raumstation ablösen.
Die ISS ist bereits seit 25 Jahren dauerhaft besetzt und einer der wenigen Orte, an denen es noch eine Zusammenarbeit mit Russland gibt. Derzeit befindet sich unter anderem die Französin Sophie Adenot auf der ISS. Frankreich werde damit im kommenden Jahr das einzige europäische Land sein, das drei Astronauten im Einsatz hat, betonte das Nationale Zentrum für Weltraumforschung (Cnes).
Für den Transport ins All sollen Falcon-9-Raketen des US-Unternehmens SpaceX und das US-Raumschiff Crew Dragon genutzt werden. Macron hatte die Raumfahrt zu einer Priorität seiner zweiten Amtszeit erklärt. Am 9. und 10. September ist ein internationaler Raumfahrtgipfel in Paris geplant.
L.Mesquita--PC