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Wind erschwert Löscheinsatz auf Kreta - Entspannung in Spanien und Frankreich
Auf Kreta hat die griechische Feuerwehr am Freitag weiterhin mit aller Kraft die auf der Urlaubsinsel tobenden Waldbrände bekämpft, wobei sie durch starken Wind behindert wurde. Die Behörden in Bordeaux erklärten derweil, die Lage hätte sich aufgrund günstiger Wetterbedingungen in der Nacht "stabilisiert". Spanien hatte den wegen der Brände verhängten nationalen Notstand am Donnerstag beendet. Auch die Türkei meldete Fortschritte und erklärte, es sei nur noch ein Feuer außer Kontrolle.
"Die Situation rund um Rethymno hat sich verbessert", sagte ein Feuerwehrsprecher der Nachrichtenagentur AFP am Freitag mit Blick auf das erste, am Mittwoch auf Kreta ausgebrochene Feuer. Der Brand sei jedoch "noch nicht unter Kontrolle, es gibt immer noch viele Brandherde".
Den Behörden zufolge wurden die Löscharbeiten durch starken Wind und das nur schwer zugängliche Gelände behindert. Für Freitag wurden Windgeschwindigkeiten von bis 88 Stundenkilometern vorhergesagt. Die Windböen "verbreiten das Feuer in alle Richtungen", sagte der Wetterforscher Theodore Giannaros dem Sender ERT. "Die starken Winde wirbeln Glut auf, die neue Brandherde entfachen kann, manchmal weit von der Hauptbrandfront entfernt."
Nach Angaben des nationalen Wetterdienstes in Athen haben die Flammen am Mittwoch und Donnerstag nahe des Touristenortes Rethymno insgesamt etwa 4500 Hektar Land verwüstet. Die Bilanz beruft sich auf Satellitenbilder des EU-Erdbeobachtungssystems Copernikus.
Besonders groß waren die Schäden demnach rund um den Küstenort Agia Galini, aus dem am Mittwochabend rund 8000 Urlauber evakuiert worden waren. Die meisten von ihnen konnten mittlerweile wieder in ihre Hotels zurückkehren.
Auch auf der Halbinsel Peloponnes wütete in der Nähe der Hafenstadt Patras ein Brand. Nach Angaben der Feuerwehr wurden vier Löschflugzeuge und drei Hubschrauber eingesetzt. Weitere Brände wurden auf den Ägäisinseln Paros, Kalymnos und Andros gemeldet. Laut Feuerwehr war die Lage dort aber "besser".
Auch in der Türkei hat sich die Lage nach Angaben der Behörden deutlich verbessert. Am Donnerstagabend erklärte Forstminister Ibrahim Yumakli, Rettungskräfte hätten seit Mittwoch landesweit 169 Brände bekämpft, "von denen 163 vollständig unter Kontrolle gebracht wurden". Am Freitag waren den Angaben zufolge fünf weitere Brände unter Kontrolle. Das einzige noch nicht unter Kontrolle gebrachte Feuer befand sich demnach in Cine, etwa hundert Kilometer von dem beliebten Urlaubsort Bodrum entfernt im Landesinneren.
Umweltminister Murat Kurum erklärte, bei den jüngsten Bränden seien 65 Gebäude "schwer beschädigt oder zerstört" worden, fast alle davon in den südlichen Regionen Antalya und Mugla. Medienberichten zufolge hat der Brand in Mugla 5000 Hektar Waldfläche zerstört.
Im Norden Portugals waren derweil weiterhin hunderte Einsatzkräfte im Einsatz, um ein seit Dienstag loderndes Feuer einzudämmen. "Wir hatten eine anstrengende Nacht", sagte der regionale Leiter des Zivilschutzes, Albano Teixeira, CNN Portugal. Fast 800 Feuerwehrleute wurden zu dem Großbrand in Valpacos entsandt, bei dem mindestens fünf Menschen leicht verletzt wurden.
In Frankreich und Spanien standen die Zeichen derweil weiter auf Entspannung: Nach den heftigen Bränden rund um Bordeaux im Südwesten Frankreichs konnte mehr als die Hälfte der rund 224.000 zuvor in Sicherheit gebrachten Einwohner zurückkehren.
Der Großbrand sei zwar "innerhalb seines Umfangs eingedämmt", es gebe jedoch weiterhin "hartnäckige aktive Brandherde", hieß es von der Präfektur der Gironde. Die Feuerwehr werde "Einsätze zur Rodung des Waldunterholzes und zur Bekämpfung der Brandränder vornehmen".
Die Ukraine teilte mit, sie habe ein Team aus 70 Rettungskräften und 15 Spezialfahrzeugen nach Frankreich entsandt. Aufgrund ihrer Erfahrung mit den Folgen russischer Drohnen- und Raketenangriffe seien die Einsatzkräfte bestens gerüstet, um "unter extrem schwierigen Bedingungen zu arbeiten", erklärte das ukrainische Innenministerium.
Deutschland unterstützt Frankreich und Spanien im Kampf gegen die Brände über den EU-Katastrophenschutzmechanismus (UCPM), wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) am Freitag mitteilte. Demnach wurde eine speziell ausgebildete Einheit aus 56 Menschen mit 21 Fahrzeugen aus Nordrhein-Westfalen in die Provinz Zamora im Nordwesten Spaniens entsandt. 40 Soldatinnen und Soldaten, zwei CH53-Hubschrauber für mögliche Löschmaßnahmen sowie ein begleitendes A400M-Transportflugzeug hätten in der Gironde die Löscharbeiten unterstützt.
Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez hatte nach Erfolgen bei der Bekämpfung der Brände in der Nähe von Madrid den nationalen Notstand am Donnerstag wieder aufgehoben. Die meisten der 60.000 Evakuierten konnten mittlerweile wieder in ihre Häuser zurückkehren. Spanien ächzt jedoch unter einer neuen Hitzewelle, durch die die Waldbrandgefahr wieder steigt.
P.Queiroz--PC