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Russland verstaatlicht Besitz von Autobauer Renault im Land
Russland hat das Eigentum des französischen Autobauers Renault im Land verstaatlicht: Der Konzern und das Handelsministerium in Moskau teilten am Montag mit, der Mehrheitsanteil am russischen Autobauer Avtovaz sowie das Werk in Moskau gingen an den russischen Staat. Ein Preis wurde nicht genannt - Russlands Handelsminister Denis Manturow hatte aber im April gesagt, Renault plane den Verkauf für "einen symbolischen Rubel".
Renault-Chef Luca de Meo erklärte: "Heute haben wir eine schwierige, aber notwendige Entscheidung getroffen - eine verantwortungsvolle Entscheidung für unsere 45.000 Beschäftigten in Russland." Renault betonte, das Unternehmen habe für sechs Jahre die Option, die Avtovaz-Anteile zurückzukaufen. De Meo erklärte, Renault könne "in der Zukunft" nach Russland zurückkehren, "in einem anderen Kontext".
Renault hatte am 24. März, einen Monat nach Beginn des Ukraine-Kriegs, seinen Rückzug aus Russland angekündigt. Die Arbeit in dem Moskauer Werk wurde eingestellt. Damals erklärte Renault bereits, die Optionen bezüglich der Beteiligung am Lada-Hersteller Avtovaz würden geprüft. Den Wert des Russlandgeschäfts bezifferte der Autobauer auf 2,2 Milliarden Euro.
Renault war 2008 bei Avtovaz eingestiegen und 2014 Mehrheitseigner geworden mit zuletzt 68 Prozent der Anteile. Der Konzern investierte Milliarden in den Umbau. Minderheitsaktionär war der russische Staatskonzern Rostec, der von Sergej Tschemesow geleitet wird, einem Vertrauten des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Avtovaz betreibt in Toljatti im Südwesten Russlands ein riesiges Werk mit 35.000 Mitarbeitern. Konkret gehen die Renault-Anteile jetzt an das russische Forschungs- und Entwicklungszentrum für Autos und Motoren (Nami).
An die Stadt Moskau geht das Werk im Stadtgebiet. Renault hatte dort Autos der Marken Renault und Nissan produziert. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin kündigte am Montag an, künftig würden dort Moskwitsch-Autos hergestellt.
Russland war für Renault ein sehr wichtiger Markt. 2021 verkaufte der Konzern dort 500.000 Autos. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist der Autoabsatz im Land stark eingebrochen. Avtovaz musste die Produktion bereits fast ganz einstellen.
E.Borba--PC