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Tampon-Mangel in den USA
Nach Babymilchpulver sind nun auch Tampons in den Regalen einiger Geschäfte in den USA knapp geworden. Die Apothekenketten CVS und Walgreens bestätigten der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag, dass einige Marken in bestimmten Regionen vorübergehend nicht verfügbar seien. Die Republikaner gaben US-Präsident Joe Biden die Schuld daran.
Der Hersteller Procter & Gamble räumte ein, dass Kundinnen in den USA möglicherweise nicht auf ihre gewohnten Hygieneprodukte zurückgreifen könnten. Der Konzern versicherte, "dass es sich um eine vorübergehende Situation" handelte. Die Fabriken produzierten demnach "rund um die Uhr Tampons, um die erhöhte Nachfrage nach unseren Produkten zu befriedigen".
Der Hersteller Edgewell verwies als Ursache für den Mangel an Tampons und Binden auf "lange Arbeitskräfteengpässe aufgrund von zwei Ausbrüchen der Omikron-Variante" des Coronavirus in einer US-Fabrik Ende 2021 und bei einem kanadischen Zulieferer Anfang 2022. Der Konzern rechnete damit, dass sich die Lage in den nächsten Wochen wieder normalisiert.
Dem Lieferkettenexperten Patrick Penfield von der Syracuse University im Bundesstaat New York zufolge liegen die Engpässe an Hamsterkäufen "wie beim Toilettenpapier zu Beginn der Pandemie". Es gebe auch einen Mangel an bestimmten Rohstoffen, darunter Baumwolle und Plastik. Personalmangel wegen der Pandemie sei ein weiterer Grund für die Produktionsprobleme. Seiner Einschätzung nach wird sich die Lage im kommenden halben Jahr wieder normalisieren.
Zuletzt hatte ein Mangel an Babymilchpulver in den USA für politisches Aufsehen gesorgt. US-Präsident Biden hatte deshalb Mitte Mai eine Luftbrücke angeordnet, um die Säuglingsnahrung mit Militärflugzeugen aus dem Ausland heranzuschaffen. Die oppositionellen Republikaner nutzten die erneuten Engpässe für weitere Angriffe auf die Regierung. Es handle sich um einen "Krieg, den Biden gegen die Frauen begonnen hat", erklärte die Partei auf Twitter.
A.Magalhes--PC