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Myanmar beschlagnahmt 30 Starlink-Internetempfänger bei Razzia in Online-Betrugszentrum
Die Militärregierung in Myanmar hat nach eigenen Angaben im Rahmen einer großangelegten Razzia in einem mutmaßlichen Online-Betrugszentrum dutzende Internetempfänger des Satellitennetzwerks Starlink beschlagnahmt. Das Militär des südostasiatischen Landes habe bei "Einsätzen" in einem bekannten sogenannten Scam-Zentrum nahe der thailändischen Grenze "30 Starlink-Antennen und Zubehörteile beschlagnahmt", meldete das Staatsmedium "The Global New Light of Myanmar" am Montag.
Starlink stand zuletzt unter Verdacht, Zentren für Cyberkriminalität in Myanmar mit Internetzugängen auszustatten, die Menschen weltweit durch Online-Betrug in Milliardenhöhe schädigten. Das Unternehmen SpaceX von US-Milliardär Elon Musk, das Starlink betreibt, äußerte sich auf AFP-Anfrage am Montag zunächst nicht zu dem Vorfall.
Laut "The Global New Light of Myanmar" durchsuchten Regierungstruppen rund 200 Gebäude eines bekannten Betrugszentrums und trafen dabei über 2200 Beschäftigte an. 15 mutmaßliche "chinesische Betrüger" seien wegen der Beteiligung an "Online-Glücksspielen, Online-Betrug und anderen kriminellen Aktivitäten" festgenommen worden.
Vergangene Woche war publik geworden, dass die USA eine Untersuchung zu der Bereitstellung von Internetzugängen für Scam-Zentren durch das Satellitennetzwerk Starlink eingeleitet hatten. SpaceX sei innerhalb kürzester Zeit zum größten Internetanbieter Myanmars geworden. Einer AFP-Recherche zufolge befanden sich zahlreiche Starlink-Antennen auf den Dächern bekannter Scam-Zentren.
In dem Bürgerkriegsland Myanmar, in dem es vor allem in Grenzregionen kaum noch staatliche Strukturen gibt, betreiben kriminelle Banden zahlreiche Zentren für Cyberkriminalität. Erst im Februar waren die Behörden des südostasiatischen Landes im Rahmen einer großangelegten Razzia gegen die Scam-Zentren vorgegangen. Tausende Ausländerinnen und Ausländer, viele von ihnen aus China, wurden dabei aus ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen befreit.
Eine AFP-Recherche hatte ergeben, dass seit der Razzia im Februar zahlreiche Starlink-Antennen auf den Dächern bekannter Scam-Zentren in Myanmar aufgetaucht waren.
Viele Menschen, die in Scam-Zentren arbeiteten, berichteten AFP im Nachhinein, sie seien mit der Aussicht auf gut bezahlte, ehrliche Jobs gelockt worden. Dann sei ihnen der Pass abgenommen worden, um sie zu den illegalen Aktivitäten wie Telefon-Betrug oder Online-Glücksspiel zu zwingen. Viele berichteten, dass ihre Aufseher sie geschlagen oder auf andere Weise misshandelt hätten. Viele der aus Scam-Zentren in Myanmar befreiten Menschen, die AFP befragte, hatten Prellungen und Brandwunden.
In einem UN-Bericht von 2023 hieß es, dass mindestens 120.000 Menschen in den Betrugszentren in Myanmar arbeiten. Viele von ihnen werden demnach Opfer von Folter und sexueller Gewalt.
L.Mesquita--PC