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Jahreszeitlich üblicher Anstieg: Mehr als drei Millionen Arbeitslose im Januar
Arbeitsverträge laufen aus, auf dem Bau und in der Landwirtschaft ist Pause: Im Januar ist die Zahl der Arbeitslosen wieder auf über drei Millionen gestiegen. Sie nahm im Vergleich zum Dezember um 177.000 auf 3,085 Millionen zu, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg am Freitag mitteilte. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,4 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent.
Saisonbereinigt blieb die Arbeitslosenzahl laut BA gegenüber Dezember unverändert. Der Anstieg im Januar sei "jahreszeitlich üblich", erklärte die Behörde.
Zuletzt war die Drei-Millionen-Schwelle im August überschritten worden - nach mehr als zehn Jahren. Im Gesamtjahr 2025 lag die Zahl der Arbeitslosen knapp darunter, im Schnitt bei 2,948 Millionen.
Besserung ist so schnell nicht in Sicht: "Derzeit gibt es nur wenig Dynamik am Arbeitsmarkt", erklärte BA-Chefin Andrea Nahles. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) verwies auf die zeitliche Verzögerung, mit der sich die Konjunkturentwicklung auf dem Arbeitsmarkt niederschlägt: "Die deutsche Wirtschaft zeigte zum Jahresende eine leichte Aufwärtsbewegung. Auf dem Arbeitsmarkt macht sich dies allerdings auch wegen des Wintereinbruchs noch nicht bemerkbar."
Die Zahl der offenen Stellen lag im Januar laut BA bei 598.000, das waren 34.000 weniger als im Januar vor einem Jahr. Die Rückgänge waren nach Angaben der Behörde vom Donnerstag besonders groß in den Bereichen Information und Kommunikation sowie in Gastgewerbe, Verkehr und Logistik. Absolut betrachtet gibt es die größten Rückgänge in der Zeitarbeit sowie im Handel.
Auch die Zahl der Menschen, die einen Ausbildungsplatz suchen, stieg. Es waren im Januar 84.000 und damit 12.000 mehr als im Januar 2025, wie die BA mitteilte. Den Bewerberinnen und Bewerbern für einen sofortigen Ausbildungsbeginn standen 64.000 gemeldete Plätze gegenüber, 15.000 weniger als im Vorjahr.
Bas appellierte an die Arbeitgeber, auch in Zeiten der Krise in Ausbildung zu investieren. "Denn die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen, und die werden angesichts des demographischen Wandels dringend gebraucht."
Das Arbeitsministerium verwies auf gelungene Bemühungen "um die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt". Im November waren demnach erstmals sechs Millionen Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ein Zuwachs im Vorjahresvergleich um 257.000. Dieser Zuwachs gehe ganz auf Menschen aus Drittstaaten außerhalb der EU zurück. Insgesamt waren im Dezember 46,06 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig.
O.Salvador--PC