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Bahn-Betriebsräte fordern Konsequenzen aus Angriff auf Zugbegleiter
Bahn-Betriebsräte fordern Konsequenzen aus Angriff auf Zugbegleiter / Foto: ARMANDO BABANI - AFP/Archiv

Bahn-Betriebsräte fordern Konsequenzen aus Angriff auf Zugbegleiter

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz haben Bahn-Betriebsräte Konsequenzen gefordert. In einem Offenen Brief der Gesamtbetriebsräte der Bahn-Tochter DB Fernverkehr an Konzernchefin Evelyn Palla und den Konzernvorstand, über den am Dienstag die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, werden insbesondere "verbindliche Mindestbesetzungen" in Zügen verlangt. Für Freitag ist ein "Sicherheitsgipfel" zu dem Thema in Berlin geplant, an dem auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) teilnehmen will.

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Ein 36-jähriger Zugbegleiter war vor einer Woche in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz von einem Schwarzfahrer lebensbedrohlich verletzt worden und später gestorben. Er hatte den Reisenden kontrolliert und wollte ihn wegen des fehlenden Fahrscheins des Zugs verweisen.

"Dieser Vorfall ist kein isoliertes, unvorhersehbares Einzelereignis. Übergriffe, Bedrohungen und Gewalt gegen Beschäftigte im Zugbegleitdienst sind seit Jahren bekannt", heißt es dazu in dem Brief der Betriebsräte. Auch der Bahn-Vorstand habe Sicherheitsprobleme wiederholt thematisiert, gebessert habe sich jedoch nichts, wird in dem Schreiben kritisiert.

Die Betriebsräte wenden sich vor allem gegen das bereits 2024 vom Bahnvorstand vorgestellte Konzept, wonach im Regelfall nur noch zwei Personen für einen ICE zuständig sind - ein Zugchef oder -chefin und ein Zugbegleiter oder -begleiterin (1:1). Früher habe es hier jedoch drei bis fünf Mitarbeitende gegeben.

"An einzelnen Tagen kommt es sogar zu 1:0-Besetzungen, bei denen Beschäftigte faktisch allein für Betrieb, Service, Kontrolle und den Umgang mit Konfliktsituationen verantwortlich sind", heißt es nun in dem Schreiben. "Diese Formen faktischer Alleinarbeit sind angesichts der bekannten Gewaltlage nicht hinnehmbar", dringen die Betriebsräte auf Änderungen.

Solche Einzelbesetzungen müssten generell ausgeschlossen werden, verlangt die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner. Diese bedeuteten eine "unzulässige Gefährdung von Leben und Gesundheit" der Betroffenen. Notwendig seien in Fernzügen vielmehr mindestens ein Zugchef oder -chefin sowie zwei Zugbegleiter oder -begleiterinnen. Außerdem müssten die Präsenz von Sicherheitskräften deutlich erhöht, "flächendeckend und zu jeder Zeit" Bodycams zur Verfügung gestellt sowie eine datenschutzkonforme Kameraüberwachung in den Zügen umgesetzt werden.

Die Forderungen seien "natürlich nachvollziehbar", erklärte dazu ein Sprecher der Bahn-Gewerkschaft GDL auf AFP-Anfrage. "Wir verstehen und unterstützen die Betriebsräte natürlich in Ihrem Anliegen und der Dringlichkeit", fügte er hinzu. Der Sprecher wies aber darauf hin, es handele sich um eine Initiative der beteiligten Betriebsräte, nicht der GDL-Spitze.

Im Fernverkehr ist die Deutsche Bahn für das Besetzungskonzept ihrer Züge verantwortlich. Dagegen wird dies im Regionalverkehr durch die Länder oder deren Aufgabenträger festgelegt, meistens die regionalen Verkehrsverbünde.

E.Borba--PC