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Bahnstrecke Dresden-Prag: Fortschritt bei Planung für Tunnel durch Erzgebirge
Die Planungen für den Bau eines Schienentunnels durch das Erzgebirge für eine neue Schnellbahnstrecke von Dresden nach Prag schreiten voran. Mit der Vorplanung sei die zweite Projektphase abgeschlossen worden, teilte das Bundesverkehrsministerium am Donnerstag mit. "Ich freue mich, dass wir nun das Ergebnis der Vorplanung für die Neubaustrecke Dresden-Prag dem Deutschen Bundestag vorstellen können", erklärte Staatssekretär Ulrich Lange (CSU). Auf tschechischer Seite wird das Projekt allerdings zunehmend infrage gestellt.
Die Deutsche und die Tschechische Bahn hatten im Jahr 2020 eine Vereinbarung für das Projekt unterzeichnet. Die Reisezeit zwischen der sächsischen und der tschechischen Hauptstadt soll demnach von bislang über zwei Stunden auf eine Stunde verkürzt werden. Von Berlin soll Prag künftig in zweieinhalb Stunden erreichbar sein.
Kern des Projekts ist auf deutscher Seite ein 30 Kilometer langer Tunnel durch das Erzgebirge. "Sofern der Deutsche Bundestag der Fortführung des Vorhabens zustimmt, kann nach Klärung der haushälterischen Voraussetzungen der im Entwurf vorliegende Staatsvertrag mit der Tschechischen Republik unterzeichnet werden", erklärte das Verkehrsministerium.
Der Großteil der Strecke und auch der größte Teil der geplanten Zeitersparnis liegen allerdings auf tschechischer Seite. Der Ausbau der Strecke von Prag nach Usti nad Labem nahe der Grenze soll die Fahrzeit von derzeit über 70 auf 30 Minuten verkürzen - doch die neue Regierung in Prag hält die Pläne der Vorgängerregierung für überambitioniert, wie Verkehrsminister Ivan Bednarik der ARD sagte. Tschechien könne sich dieses Projekt angesichts der Haushaltslage nicht leisten.
Die Bahn zielt mit dem geplanten Tunnel durch das Erzgebirge auch auf eine Entlastung der Strecke durch das Elbtal ab, die auch vom Güterverkehr intensiv genutzt wird. Der Bau könnte sich also unter Umständen auch ohne den Ausbau der Strecke auf tschechischer Seite lohnen.
E.Borba--PC